Nachdem die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in der vergangenen Woche den neuen Entwurf für das Lutherdenkmal am Rathausforum, direkt an der Marienkirche, vorgestellt hat, melden sich nun die Verlierer des Verfahrens zu Wort – obwohl sie eigentlich die Sieger waren. Der Berliner Künstler Albert Weis und das Architekturbüro Zeller & Moye, deren Entwurf 2016 einen internationalen Wettbewerb einstimmig gewonnen hatte, werfen der Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt vor, das über Jahre vorbereitete Projekt ohne überzeugende Gründe gestoppt und durch ein neues Vergabeverfahren ersetzt zu haben. In einer gemeinsamen Stellungnahme sprechen sie von einem „kulturpolitischen Skandal“ und erklären, das Vertrauen in öffentliche Planungs- und Wettbewerbsverfahren sei „massiv beschädigt“.

Der in der vergangenen Woche vom Senat vorgestellte Entwurf des Büros BASD Architekten mit den Landschaftsarchitekten Maria Vill und David Mannstein sieht vor, die historische Lutherfigur zu restaurieren, auf einem neuen Natursteinsockel zu präsentieren und sie stärker in das neu gestaltete Umfeld des Rathausforums einzubinden. Ergänzt werden soll die Anlage demnach durch Sitzgelegenheiten und eine Informationsstele. Für die Gesamtmaßnahme aus Denkmal und Umfeld stehen nach Angaben des Senats bis zu vier Millionen Euro aus der Städtebauförderung zur Verfügung.