Als am vergangenen Samstag das Vorspiel der Oper „Die Walküre“ über den Max-Joseph-Platz hallte, kam die Frage auf, was mehr zu bewundern ist: die Liebe der Münchnerinnen und Münchner zu Theater und Musik oder die Leistungsfähigkeit von deren Sitzfleisch? Auf dem Rasenrund vor der riesigen Videoleinwand saßen die Menschen dicht gedrängt wie an spanischen Badestränden, und wer wissen wollte, wie das Drama um Wotan, Brünnhilde, Siegmund und Sieglinde ausgeht, musste fünf Stunden durchhalten. So ist das nun mal bei „Opern für alle“, und erst recht, wenn Richard Wagner auf dem Programm steht.