In diesen Wochen interessieren sich sehr viele Menschen für die Vergangenheit ihrer Vorfahren. Seit die National Archives in Washington Millionen NSDAP-Mitgliederkarteikarten ins Internet gestellt haben, fragen sich viele Familien doch noch einmal ernsthaft, was eigentlich zwischen 1933 und 1945 in Deutschland geschah, wer mitmachte, wer Beifall klatschte, wer zusah oder wer wegsah in der Nazi-Diktatur. Zufällig passgenau hat sich der Journalist Axel Spilcker in einem Buch mit der Vergangenheit seines Großvaters beschäftigt. Dafür musste er allerdings nicht in das NSDAP-Archiv, das unter anderem bei der SZ durchsuchbar gemacht wurde, schauen. Er wusste auch vorher schon sehr genau, dass sein Opa Parteigenosse war und auch, was er unter Hitler getan hat. Spilckers Großvater war Robert Ley, einer der wichtigsten Männer in der NS-Zeit, ein Mann mit großer Macht in Wirtschaftsfragen, einer der einflussreichsten Agitatoren und Judenhetzer und nicht zuletzt dank Adolf Hitler ein sehr reicher Mann.