Die Wahrheit: Artifiziell allüberall unterwegs
Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung (246): Die Herstellung künstlicher Tiere schreitet stark voran.
Schon vor 20 Jahren der Renner: Insektenartige Laufmaschine
Arthur Schopenhauer meinte: „Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten, aber alle Wissenschaftler der Welt können keinen herstellen.“ Der Philosoph Vilèm Flusser ist da optimistischer (oder zynischer?): Für ihn beginnt die „wahre Kunst“ mit der wissenschaftlich-technischen Herstellung „selbst reproduktiver Werke“ (Lebewesen). Bis dahin sei alles bloß „Vorkunst“.
Als ersten praktischen Schritt dahin hat man in England und Amerika sogenannte „Frozen Zoos“ geschaffen, in denen Gewebestücke von stark gefährdeten oder bereits ausgestorbenen Arten bei minus 195 Grad in Flüssigstickstoffbehältern gesammelt werden. Die Journalistin Elizabeth Kolbert interviewte in ihrem Buch „Das 6. Sterben“ (2015) eine Biologin, die im „Frozen Zoo“ des Tierparks von San Diego arbeitet. Sie berichtete ihr, dass die Genetiker schon in naher Zukunft aus den Kadaverresten das ganze Tier wieder auferstehen lassen wollen. Man versucht es bereits mit Geweberesten von Dinosauriern und Mammuts, bisher mit wenig Erfolg.






