Der Großraumbüro einer Behörde: Die Angestellten schieben Akten hin und her und pflegen ihre Marotten. Eine schaukelt auf dem quietschenden Bürostuhl, einer schnarcht, einer anderer versucht vergeblich, Blicke auf eine Kollegin zu erhaschen. Bewegung kommt nur in den Dienstraum, wenn mal ein Telefon schrillt oder der Chef (Bjarne Mädel) ruft: „Heute ist wieder Schnitzeltag!“ Regisseur Arne Feldhusen hat schon in „Stromberg“ erfolgreich mit dem Innenleben eines Büros gespielt. Auch in Serien wie „Der Tatortreiniger“ oder „How To Sell Drugs Online (Fast)“ bewies er seine spezielle Art von Humor. Dass er diese Serie nun sein beglückendstes Projekt der letzten 20 Jahre nennt, verspricht einiges.
Schonungslosen Schwachstellenanalyse
„Das Manko“ aber ist nicht etwa eine Satire über eine inkompetente, verschnarchte Behörde, sondern verteidigt die Schwächen jedes Einzelnen. Das ist in Zeiten, in denen permanent mehr Arbeitseifer und Effizienz angemahnt wird, nicht selbstverständlich – denn: Hat nicht jeder ein Manko? Hier marschiert ein Controlling-Trio ins Haus, um Mitarbeiter bei einer „schonungslosen Schwachstellenanalyse“ zügig auszusortieren. Wie ein „Underperformer“ (Jonas Hien) sich verzweifelt mit einer Streberin (Amelie Wilberg) ein Tastenduell liefert, wie alle „Mankos“ mit traurigen Blicken ihre geliebten Schnitzel stehen lassen – weil die Controllettis nur Salat nehmen – das ist schon irre komisch.







