Vorspiel: Rucksack packen, Wanderschuhe schnüren

Ich bin Rolf Böhm schon einmal begegnet: Im Sommer 2010 frage ich unter einem Vorwand, ob wir uns treffen können. Er, der Schöpfer wunderschöner, detaillierter Wanderkarten des Elbsandsteingebirges, ist eine Art Kindheitsheld für mich. Denn seine Karten verzauberten die ohnehin schon mystische Landschaft der Sächsischen Schweiz für mich ein zweites Mal und bescheren mir seit der Kindheit unvergessene Wanderstunden. An diesem Tag vor 16 Jahren treffen wir uns an seinem Haus im Kirnitzschtal und philosophieren über Naturschutz und den Einfluss des Menschen auf die Ökologie. Nach ein paar angeregten Sätzen zu Beginn hält Rolf Böhm kurz inne: „Ich mache uns jetzt erst einmal ein Bier auf.“ Es ist 7.45 Uhr am Morgen.

Auftakt: Der Wanderausgangspunkt

Heute, 16 Jahre später, treffe ich Rolf Böhm wieder in seinem Haus in Bad Schandau. Wir wollen zusammen eine Wanderung unternehmen. In seiner Werkstatt malt der 68-Jährige Karten. Er ist Sachsens einziger hauptberuflicher Landkartenmaler und denkt gar nicht daran, in den Ruhestand zu gehen.

Auf den Schultern der Altvorderen: Rolf Böhm mit Messtischblättern aus den 30er-Jahren, die die Grundlage seiner Karten darstellen.