Stand: 12.07.2026 • 16:39 Uhr

Der verstorbene US-Politiker Graham war in Washington einer der einflussreichsten Senatoren - und näherte sich zuletzt immer mehr US-Präsident Trump an. Und das trotz außenpolitischer Differenzen.

Als Donald Trump vor zehn Jahren US-Präsident werden wollte, war der republikanische US-Senator Lindsey Graham einer seiner schärfsten Kritiker. Doch nach Trumps Wahlsieg und vielen gemeinsamen Golf-Runden wurde das Verhältnis der beiden immer enger. Außenpolitisch lagen sie jedoch nicht immer auf einer Linie. Graham versuchte immer wieder, Trump von der Bedeutung der NATO zu überzeugen, ihn vor Russlands Präsident Wladimir Putin zu warnen und Trump für eine stärkere Unterstützung der Ukraine zu gewinnen. Auch deshalb war er ein wichtiger Gesprächspartner für europäische und deutsche Politiker. Nun ist Graham im Alter von 71 Jahren überraschend verstorben.

Noch vor wenigen Tagen hatte er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum zehnten Mal in Kiew getroffen. Graham überbrachte Selenskyj die Botschaft, dass Trump ein neues Sanktionsgesetz gegen Russland unterstützte. Trump selbst würdigte Graham in einem Social-Media-Post als einen der großartigsten Menschen und Senatoren, die er je gekannt habe. Wörtlich schrieb er: "Er war immer am Arbeiten und ein wahrer amerikanischer Patriot. Lindsey wird uns sehr fehlen."