Sie kamen eine Viertelstunde zu spät, weil die Haare punkt elf am Sonntag noch nicht saßen, wie der Moderator den hinter einem Absperrband wartenden Journalisten und Kameraleuten erklärte. Dann aber traten Bill und Tom Kaulitz hinter dem dunklen Vorhang in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett hervor – sichtlich gut gelaunt. Bill in kurzen Designerhosen, einem hellblauen T-Shirt, kurzer Jacke und dunklen Plateaustiefelletten sowie einem kleinen Ventilator in der Hand. Sein Bruder Tom mit einem braunen Harley-Davidson-T-Shirt und ebensolcher Hose.

Vier Minuten später drückten die wohl bekanntesten Zwillingsbrüder der Welt, die in Sachsen-Anhalt aufgewachsen sind, nach einem kurzen Small Talk über die Fußball-Weltmeisterschaft den roten Buzzer, sodass der Vorhang hinter ihnen fiel – und die Musiker und Podcaster Bill und Tom Kaulitz zum Vorschein kamen. In Wachs gegossen und in den Klamotten, die sie beim Jubiläumskonzert „20 Jahre durch den Monsun“ von Tokio Hotel im vorigen August in der Berliner Waldbühne trugen. Und ja, sagte Tom Kaulitz. Jede Falte sei zu sehen.

Dann traten die beiden echten Zwillinge zu ihren Wachsfiguren. „Nein“, sagte Bill, sie hätten die Figuren vorher noch nicht gesehen, auch nicht, als sie hinter dem Vorhang entlanggegangen seien. „Die sehen aber echt toll aus“, kommentierte sein Bruder Tom. Seine Figur trägt eine Gitarre über dem T-Shirt, auf dem der Name ihres wohl bekanntesten Songs prangt: „Durch den Monsun“. Sogar die Ringe an den Händen seien originalgetreu nachgebildet worden, sagt Tom Kaulitz und hält seine Hand gegen die Hand seiner Nachbildung. „Und schau mal, hier ist das Glückstuch, das du mir mal geschenkt hast“, sagte der 36-Jährige.