Bis zum Jahr 2030 werden Schätzungen zufolge bis zu 60.000 künstliche Satelliten im sogenannten niedrigen Erdorbit kreisen. Diese enormen Satelliten-Konstellationen reflektieren das Sonnenlicht und verursachen eine gravierende Lichtverschmutzung, die Weitwinkel-Himmelsdurchmusterungen empfindlich stört. Das ist vor allem für moderne Einrichtungen wie das US-amerikanische Vera C. Rubin Observatory fatal, das den gesamten südlichen Himmel auf transiente Phänomene und erdnahe Asteroiden überwacht. Bisherige Gegenmaßnahmen der Satellitenbetreiber erwiesen sich zumeist als unzureichend, um die sensiblen optischen Instrumente dauerhaft vor Störstreifen in den Aufnahmen zu schützen.Anzeige

Wie aus einer im Fachmagazin Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlichten Studie hervorgeht, liefert die Materialwissenschaft nun einen vielversprechenden Lösungsansatz. Ein Team um die Forscherinnen Astha Chaturvedi und Dr. Noelia Noël von der britischen University of Surrey hat die optischen Eigenschaften der ultranehmenden Beschichtung Vantablack 310 im Hinblick auf den Satellitenbau umfassend untersucht. In enger Zusammenarbeit mit dem Spin-off Surrey NanoSystems nutzten sie kalibrierte Goniospektrofotometer für Labormessungen und simulierten anschließend detailliert, wie sich das Material auf die sichtbare Helligkeit der Himmelskörper im Erdorbit auswirkt.