Ostdeutsche verfügen nach wie vor über weniger Vermögen als Westdeutsche. Könnte eine Reform der Erbschaftsteuer die finanzielle Lücke verringern?
D a sind Kristina und Werner aus einer kleinen Stadt im Rheinland. Sie leben in einem geräumigen Reihenhaus mit Garten. Früher fuhren sie zwei Autos, heute ein E-Auto. Sie spielen Golf und besitzen ein Pferd. All das können sich Kristina und Werner leisten, auch weil sie beide geerbt haben.
Und da sind Sabine und Jochen. Sie leben in Leipzig in einer Mietwohnung, sie fahren Fahrrad und haben keine Hobbys, die Geld kosten. Ihre Mietwohnung ist teuer, sie würden gern eine Eigentumswohnung kaufen. Denn kaufen, das hören Sabine und Jochen immer wieder, kann angesichts rasant steigender Mieten billiger sein als mieten. Aber die beiden haben kein Geld für eine Immobilie, sie haben nichts gespart, dazu verdienen sie zu wenig. Geerbt haben sie auch nicht.
Alle vier sind Ende 50, und alle vier wollen nicht näher beschrieben werden, weil sie über ihre finanziellen Verhältnisse lieber schweigen: Kristina und Werner, weil sie viel Geld haben, Sabine und Jochen, weil sie wenig Geld haben. Über Geld zu sprechen, insbesondere über die Höhe von Erbschaften, ist in Deutschland verpönt.







