PfadnavigationHomeSportFußballWMSpidercamHätte Englands Tor nicht zählen dürfen? Wirbel um vermeintlichen Ballkontakt mit KameraStand: 06:39 UhrLesedauer: 2 MinutenIm Vorfeld von Englands Ausgleichstor gegen Norwegen soll der Ball am Kabel der Spidercam hängen geblieben sein. Hätte das Tor nicht zählen dürfen? Jan Henkel und Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich klären auf.Nach dem englischen Erfolg gegen Norwegen entbrennt die Debatte um den Ausgleich der Three Lions. Bilder zeigen, wie der Ball im Vorfeld nach einem Kontakt mit der Spidercam vermeintlich die Richtung ändert. Die Fifa bezieht Stellung.Der Fußball-Weltverband hat Stellung zum umstrittenen ersten Tor der Engländer im WM-Viertelfinale gegen Norwegen (2:1 nach Verlängerung) genommen. Die Daten würden nicht belegen, dass der Ball vor dem Treffer von Jude Bellingham (45.+2 Minute) zum 1:1 ein in der Luft gespanntes Kamerakabel berührt und dadurch seine Flugrichtung verändert hätte, teilte die Fifa bei X mit. Der Sensor im Ball, der zum Beispiel auch bei der Bewertung möglicher Handspiele helfen soll, habe keinen Ausschlag angezeigt.Ein Abstoß von Norwegens Torhüter Örjan Nyland war bei Englands Anthony Gordon gelandet, dieser hatte dann Bellinghams Treffer vorbereitet. Die Skandinavier hatten sich daraufhin beim französischen Unparteiischen Clément Turpin beschwert. Torwart Nyland etwa deutete mit einem Arm nach oben und reklamierte, dass der Ball in der Luft ein Kamerakabel berührt habe. In diesem Fall hätte es Schiedsrichterball geben müssen. Stattdessen zählte das Tor. Auch bei MagentaTV wurde die Szene ausführlich analysiert. Superzeitlupen der Szene zeigten, wie der Ball vermeintlich leicht die Richtung änderte. Dies würde der Erklärung der Fifa entgegenstehen. „Es ist wichtig, das Ganze regeltechnisch einmal aufzudröseln“, sagte Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich. „Wenn der Ball ein Gerät oder einen Gegenstand, der nicht zum Spiel gehört, trifft, gibt es grundsätzlich Schiedsrichterball. Aber nur, wenn es Einfluss aufs Spielgeschehen hat.“ Das sei in diesem Fall die entscheidende Frage. „Hat es Einfluss aufs Spielgeschehen? Dann wäre die richtige Spielfortsetzung ein Schiedsrichterball gewesen, weil das Tor in der Angriffsphase entstanden ist. (...) Hat es keinen Einfluss aufs Spiel, geht es weiter“, ordnete Ittrich ein. „Hier ist nichts klar“, sagt IttrichSeine persönliche Meinung zu der Szene: „Wir können es nicht hundertprozentig auflösen. Hier ist nichts klar.“ Ähnlich hätten es laut Ittrich offenbar Turpin im Zusammenspiel mit Videoschiedsrichter Jerome Brisard eingeordnet. „Wir haben in der Szene mit dem Trainer (Ståle Solbakken, d. Red.) gesehen, dass er (Turpin, d. Red.) angedeutet hat, dass er Kontakt hatte und ihm nichts gesagt wurde. Das heißt also, dass das Schiedsrichterteam plus Videoassistent die Bilder wahrscheinlich genauso geprüft hat wie wir, es nicht wirklich feststellen konnte und dann das Spiel weiterläuft. Das ist eine Tatsachenentscheidung“, sagte der Experte.Es ging nach dem Ausgleich in die Verlängerung, dort erzielte Bellingham dann Englands Siegtreffer. Für die norwegische 1:0-Führung in Miami hatte Andreas Schjelderup (36.) gesorgt.luwi mit dpa