PfadnavigationHomeSportTriathlonIronman-Sieger„2027 wird meine letzte Saison“ – Patrick Lange erklärt seinen Abschied vom TriathlonVon Benjamin ScherpStand: 16:24 UhrLesedauer: 3 MinutenPatrick Lange wird seine Weltkarriere beenden. Der dreifache Ironman-Champion plant den Abschied für 2027. Vorher will er noch einmal auf Hawaii starten. Und lässt eine offene Rechnung zurück.Patrick Lange hat das Ende seiner außergewöhnlichen Laufbahn verkündet. Der dreimalige Ironman-Weltmeister kündigte in einem emotionalen Video auf Instagram an, seine Triathlon-Karriere nach der Saison 2027 nicht fortzuführen.„2027 wird meine letzte Saison als Profi-Triathlet sein“, sagte der gebürtige Bad Wildunger. „Der Kreis schließt sich – aber eben noch nicht ganz. Ich freue mich auf das finale Jahr.“Dass Lange seine Entscheidung ausgerechnet am Edersee in Nordhessen verkündete, war kein Zufall. Dort hatte er 1999 seinen ersten Triathlon bestritten. „Damals hatte ich gar keine Ahnung, wohin mich dieser Weg überall noch bringen wird“, so der 40-Jährige.Aus dem ersten Start am Edersee wurde eine Laufbahn, die ihn an die Weltspitze führte. Dreimal gewann Lange den Ironman auf Hawaii – 2017, 2018 und 2024. Mit seinem dritten Triumph schrieb er endgültig deutsche Triathlon-Geschichte.Patrick Lange: „Aus dem Traum wurde Realität“„Aus dem Traum wurde Realität und auf dem Weg habe ich eine Zeit voller Höhen, Tiefen, aber auch grandioser Erfolge feiern können und bin dafür unfassbar dankbar“, sagte Lange.Der Weg dorthin verlief allerdings keineswegs geradlinig. Immer wieder musste er Rückschläge verkraften. Der schwerste traf ihn nicht auf der Strecke, sondern im Privatleben.Lesen Sie auch„Der größte Rückschlag war für mich das Jahr 2020, in dem meine Mutter starb und ich die Sinnhaftigkeit des Sports hinterfragt habe“, so Lange. Rückblickend sei gerade diese Phase zum Wendepunkt geworden. „Im Endeffekt hat mir aber genau dieser Rückschlag den Drive gegeben, um sogar nochmal ein drittes Mal auf Hawaii zu gewinnen.“Verletzung sorgte für EntscheidungDer Entschluss zum Karriereende reifte allerdings nicht erst in den vergangenen Tagen. Ausschlaggebend war eine Knieverletzung im vergangenen Frühjahr. Zunächst wurde sogar ein erneuter Kreuzbandriss befürchtet. Erst die MRT-Untersuchung am folgenden Tag brachte Entwarnung und gleichzeitig für Lange die Gewissheit, seine Profikarriere beenden zu wollen.„Als ich am nächsten Tag ins MRT gekommen bin und die gute Nachricht erhalten habe, war für mich zu tausend Prozent klar, dass es vorbei ist“, sagte Lange. Nach zwei bereits überstandenen Kreuzbandverletzungen wollte er das Risiko einer weiteren langen Rehabilitationsphase nicht mehr eingehen. Der Gedanke an die Zeit nach dem Leistungssport, an Reisen und mehr Zeit mit der Familie, habe ihn in seiner Entscheidung zusätzlich bestärkt.Lesen Sie auchBevor der Abschied endgültig ansteht, wartet allerdings noch ein letztes Kapitel in seiner Karriere. In diesem wird Lange ein letztes Mal beim Ironman auf Hawaii an den Start gehen. Ein Jahr später soll seine Karriere schließlich in Roth enden, wo er noch einmal eine Langdistanz bestreiten wird. Offene Rechnung bleibt bestehenEin Wunsch wird unerfüllt bleiben. Trotz mehrerer Anläufe gelang es Lange nie, den Ironman Frankfurt zu gewinnen. Das Heimrennen entwickelte sich im Laufe seiner Karriere zu einer der wenigen offenen Rechnungen. Mit seiner Ankündigung steht nun fest, dass es keinen letzten Versuch mehr geben wird.Dass seine Karriere nicht in Frankfurt endet, wirkt deshalb fast folgerichtig. Ausgerechnet jenes Rennen, das ihm über Jahre als großes Ziel galt, bleibt die einzige große Lücke in einer Laufbahn, die Patrick Lange zu einem der erfolgreichsten deutschen Triathleten gemacht hat.