Die Nachricht ist eigentlich eine durchweg positive: Der 1. FC Union Berlin baut sein Engagement im Frauenfußball weiter aus. Dass der Verein damit ausgerechnet bei vielen eigenen Anhängern eine Debatte auslöst, war allerdings nicht zu erwarten. Der Verein hat am Sonnabend den Hygieneprodukte-Hersteller TZMO Deutschland als neuen Rückensponsor seiner Bundesliga-Fußballerinnen vorgestellt. Künftig ziert die Marke „bella“ die erstmals vergebene Werbefläche unterhalb der Rückennummer auf den Trikots.Während Union und das Unternehmen die erweiterte Partnerschaft als gemeinsames Bekenntnis zum Frauenfußball und zu mehr Sichtbarkeit für frauenspezifische Themen verstehen, stößt vor allem die zusätzliche Werbefläche bei vielen Fans in den sozialen Netzwerken auf Kritik.

Zusammenarbeit besteht bereits seit einem Jahr

Die Zusammenarbeit zwischen Union und TZMO besteht bereits seit dem vergangenen Sommer. Gemeinsam machten Verein und Unternehmen zuletzt unter anderem mit einer Veranstaltung zum weiblichen Zyklus im Leistungssport auf ein Thema aufmerksam, das im Fußball lange kaum öffentlich diskutiert wurde. Nun wird die Partnerschaft deutlich sichtbarer: Erstmals trägt die Frauenmannschaft, die ab diesem Sommer von Marie-Louise Eta trainiert wird, einen Rückensponsor unterhalb der Rückennummer. Premiere feiert das neue Trikot am Sonnabend im Testspiel gegen Turbine Potsdam.Viele Anhänger stören sich allerdings weniger am Sponsor selbst als an der zunehmenden Vermarktung der Trikots. Auf der Plattform X schreibt ein Fan von einem „absoluten NoGo“ und befürchtet, Union entwickle sich in eine Richtung, „gegen die wir eigentlich stehen“. Ein anderer kommentiert: „Grundsätzlich wichtiger Partner und wichtige Botschaft, aber die Spieler und Spielerinnen sind keine laufende Werbebande.“ Mehrfach fällt dabei auch der Vergleich mit Österreich, wo Trikots im Profifußball traditionell deutlich stärker mit Werbung versehen sind.