Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und CDU fordern weniger Einsparungen von CO₂-Emissionen als bisher geplant. Das soll die deutsche Industrie entlasten

11.07.2026, 07.51 Uhr

Strommasten und Windräder rund um das Kohlekraftwerk Niederaußem des Stromkonzerns RWE

Führende Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und der CDU haben einem Zeitungsbericht zufolge eine Verschiebung des Ziels ​zur Klimaneutralität gefordert. Das derzeitige nationale Ziel der Dekarbonisierung bis 2045 sei nicht sinnvoll und sollte an das europäische Zieljahr 2050 angepasst werden, forderten unter anderem Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Vertreter in der »Welt am Sonntag«.

Der bisherige deutsche Sonderweg, fünf Jahre vor ‌der Europäischen Union klimaneutral werden zu wollen, mache den Industriestandort nur teurer, ohne dem Klima zu nützen, sagte RWE-Chef Markus Krebber laut einem Vorabbericht. Die in Deutschland eingesparten CO₂-Emissionen würden dann lediglich in anderen EU-Ländern ​freigesetzt. »Um investieren zu können, muss die Industrie wissen, wohin die Reise gehen soll. Sie ⁠braucht eine ⁠langfristige Perspektive von mindestens zehn Jahren«, so Krebber weiter.