Ein Arzt betäubt seine Verlobte und missbraucht sie mit anderen Männern vor laufender Kamera. Er gehört zu einem Netzwerk chinesischer Männer.
L ien Wang ist müde. Deutsch fällt ihr noch schwer, sie lernt die Sprache erst seit ein paar Monaten. Und nun hat sie sich gleich eines der schwierigsten Gebiete vorgenommen: Juristendeutsch. Paragrafen, komplizierte Sätze, die selbst Muttersprachler kaum verstehen.
Mit schnellem Schritt betritt Lien Wang an einem Nachmittag Anfang Juli die taz. Sie ist 26 Jahre alt, ihre Haare sind kurz, ihre Fingernägel leuchtend blau lackiert. In ihrer Tasche hat sie einen Stapel Papiere mitgebracht, ausgedruckte Artikel aus juristischen Fachzeitschriften. Es geht darin um Gewalt an Frauen, um Femizide und Vergewaltigung.
Lien Wang möchte, dass Männer, die Frauen Gewalt antun, härter bestraft werden. Mit einer Petition sammelt sie Unterschriften im Internet. Sie ist Teil einer Gruppe Chinesinnen, die einen offenen Brief an das Berliner Gericht geschrieben hat und einen an die Bundesjustizministerin. Es geht Lien Wang dabei nicht um sich. „Aber ich bin Feministin“, sagt sie. „Und ich bin froh, diesen Satz in Deutschland frei sagen zu können.“
性暴力














