Mit einer neuen Regelung zur Thronfolge will Japan eine mögliche Thronfolge-Krise abwenden: Das Unterhaus stimmte jetzt für einen Gesetzentwurf, gemäß welchem die kaiserliche Familie entfernte männliche Verwandte adoptieren darf, die älter als 15 Jahre sind. Zudem sollen Frauen aus dem Kaiserhaus auch dann ihren Status behalten, wenn sie einen Bürgerlichen heiraten. Die Möglichkeit einer Frau auf dem Thron wird nicht erwähnt, auch wenn dieser Ansatz laut einer Umfrage in der Gesellschaft breiten Rückhalt findet.
Die Abstimmung erfolgte in der Parlamentskammer, in der die konservative Liberaldemokratische Partei (LDP) von Regierungschefin Sanae Takaichi die Mehrheit hat. In der kommenden Woche soll sich das Oberhaus mit der Angelegenheit befassen.Frauen sind durch ein seit 1947 geltendes Gesetz von der Thronfolge ausgeschlossen. Seitdem gilt die strikte Regel, dass nur männliche Nachkommen der Kaiserfamilie väterlicherseits den Chrysanthementhron besteigen dürfen. Damit hängt der Fortbestand der Kaiserdynastie von dem 19-jährigen Prinzen Hisahito, dem Neffen des 66-jährigen Kaisers Naruhito und dem einzigen jungen Mann in der Familie, ab.
Die anderen Mitglieder der Kaiserfamilie sind entweder Frauen oder ältere Männer. Der jüngste von ihnen ist Kronprinz Akishino, der jüngere Bruder des Kaisers und Vater von Hisahito. Insgesamt hat die kaiserliche Familie derzeit 16 Mitglieder. Dazu zählen der 92 Jahre alte frühere Kaiser Akihito und dessen 90 Jahre alter Bruder Masahito.Kaiser Naruhito hat eine Tochter, die 24-jährige Prinzessin Aiko. Nach der derzeitigen Regelung müsste sie die Kaiserfamilie verlassen, wenn sie einen Bürgerlichen heiratet. Zudem ist sie als Frau nicht thronfolgeberechtigt.







