Stand: 10.07.2026 17:05 Uhr
Das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs an Kirchenmitgliedern innerhalb des Bistums Hildesheim ist wohl größer als bisher bekannt. Das zeigt ein erstes Zwischenergebnis einer laufenden Aufarbeitungsstudie.
Im Rahmen der Studie wurden Hinweise auf deutlich mehr mutmaßliche Täter gefunden, die in früheren Studien nicht entdeckt worden seien. Das haben die Forschenden am Donnerstagabend bei einer Infoveranstaltung mitgeteilt. Sie sind demnach im Bistumsarchiv seit dem Jahr 1945 auf 84 weitere Personen gestoßen, bei denen es nun auch einen Missbrauchsverdacht gebe. Zusammen mit den 64 schon bekannten Beschuldigten aus zwei vorangegangenen Studien seien es nun insgesamt 148 Tatverdächtige im Bistum Hildesheim, so die Forschenden. Die Suche nach weiteren Hinweisen auf mutmaßliche Täter sei aber noch nicht abgeschlossen.
Deutlich mehr als 150 Missbrauchsopfer
Wie viele Opfer sich hinter den einzelnen Fällen verbergen, ist nach Angaben der Wissenschaftler noch unklar. Es seien aber deutlich mehr als die rund 150 Betroffenen, die bislang bekannt sind. Die aktuelle Aufarbeitungsstudie beleuchtet erstmals auch den Umgang des ehemaligen Hildesheimer Bischofs Wilmer mit dem Missbrauch in der Zeit von 2018 bis 2026. Wilmer, der mittlerweile Bischof von Münster ist, hatte die Studie 2025 in Auftrag gegeben.







