Stachelige Schale, weicher Kern: Das Fruchtfleisch von Durian ist cremig wie Sahnepudding und schmeckt süßlich, mit einer leicht nussigen Note. Bekannter als der Geschmack des tropischen Gewächses ist allerdings sein penetranter Geruch, der an jenen von verfaulten Zwiebeln oder schlecht gewordenen Eiern erinnert. Dieser ist auch der Grund, warum die Mitnahme oder der Verzehr von Durian in Südostasien an manchen öffentlichen Plätzen oder in Hotels und Flugzeugen verboten ist.Ein Bauer streut Dünger um einen Durianbaum der lokalen Sorte „Durian Kampung“ in einem Obstgarten in Karak im malaysischen Bundesstaat Pahang.Mohd Rasfan/AFPEin Arbeiter hält Duriansamen in der Hand, die nach dem Verzehr der Frucht auf dem Boden liegen geblieben sind und anschließend keimten.Mohd Rasfan/AFPAm eigenwilligen Geruch lassen sich viele Menschen allerdings nicht stören, denn die Frucht gewann zuletzt deutlich an Popularität. Laut einem Bericht der UN-Welternährungsorganisation hat sich der globale Export von Durian in der Zeit zwischen 2003 und 2022 mehr als verzehnfacht. Der mit Abstand größte Abnehmer ist die Volksrepublik China, aber auch Singapur importiert auf seine Bevölkerung gerechnet eine beachtliche Menge.Ein mit Früchten beladener Durianbaum auf einer Obstplantage. In der Zeit zwischen Juni und August erreicht die Ernte ihren Höhepunkt.Mohd Rasfan/AFPAn einem Straßenstand im malaysischen Karak sortieren Mitarbeiter die stacheligen Früchte für den Großhandel.Mohd Rasfan/AFPEin Straßenverkäufer beim Auftrennen der besonders begehrten Sorte „Black Thorn“ an einem Verkaufsstand.Mohd Rasfan/AFPIn einem normalen Jahr werden in Malaysia rund 550.000 Tonnen Durian produziert, diese werden sowohl für den lokalen Markt als auch für den Export angebaut. Voraussetzung für den Anbau ist ein tropisches Klima. Die erste Ernte werfen die Bäume fünf bis zehn Jahre nach der Pflanzung ab. Wegen der gestiegenen Nachfrage wurden in den vergangenen Jahren auch immer mehr Plantagen angelegt.In der derzeitigen Anbausaison fällt die Ernte allerdings überdurchschnittlich ertragreich aus, gleichzeitig ändern sich die Vorlieben in China, wo die Menschen nun mehr frische Früchte nachfragen und nicht mehr auf tiefgefrorene zurückgreifen möchten. Zwar ist für ausgewählte Produzenten aus Malaysia seit einigen Monaten der Export von Frischfrüchten nach China erlaubt, doch logistisch lässt sich nicht mit dem größeren Wettbewerber Vietnam mithalten; der hat auch den geographischen Vorteil einer direkten Landgrenze zum Großabnehmer China.In Kuala Lumpur, der Hauptstadt von Malaysia, bewirbt und verkauft eine Streamerin Durian per Online-Livestream.Mohd Rasfan/AFPAn einem Imbissstand in Karak bereitet ein Verkäufer Durian-Cendol zu. Cendol ist ein südostasiatisches Dessert mit grünen Geleestreifen aus Reismehl und Pandan.Mohd Rasfan/AFPDas Cendol-Dessert wird mit Durianfruchtfleisch garniert.Mohd Rasfan/AFPFolge der Überproduktion ist ein Preisverfall, der dafür sorgt, dass auch in Nachbarländern wie Singapur die Früchte aktuell fast für den halben Preis über die Theken der Verkaufsstände gehen. Am lokalen Markt in Malaysia stellt sich der Preisverfall noch deutlicher dar. Im Vergleich zum Vorjahr bekommt man Durian derzeit rund für ein Drittel des Preises.Um dem Preiscrash entgegenzuwirken, hat die Agrarmarktbehörde nun einen Interventionsplan angekündigt, unter anderem sollen Teile der Ernte von Kleinbauern zu einem Basispreis abgekauft werden, um so deren Einkommen zu stützen.Eine positive Seite hat das Überangebot allerdings: Die Menschen in Malaysia können die beliebte Frucht zurzeit zu äußerst attraktiven Preisen erwerben. So ist Durian auch für viele Menschen erschwinglich, die sich den kostspieligen Genuss üblicherweise nicht leisten können.Besucher genießen die beliebte Frucht auf einem Durian-Festival in Karak.Mohd Rasfan/AFP