Ich las die Ergebnisse des Koalitionsgipfels in der Halbzeit irgendeines mittelmäßigen WM-Sechzehntelfinales und konnte es kaum fassen. Es war mein 28. Geburtstag, und ich war seit einem Monat auf der Suche nach einem neuen Job. Als junger Mensch, der auf das Sozialsystem angewiesen ist, habe ich mich selten so betrogen gefühlt.

Im Lauf der zweiten Halbzeit ließ meine Fassungslosigkeit schon wieder nach. Was hatte ich eigentlich erwartet? Denn eigentlich sendet die schwarz-rote Regierung mit ihren Beschlüssen ja nur dieselbe Botschaft wie schon in den 14 Monaten davor: Junge Menschen sollen bitte mehr leisten – aber ihre Sorgen und Bedürfnisse sind uns völlig egal.