In der Führungsriege von Open AI kommt es zu einer größeren Veränderung: Fidji Simo, die erst im vergangenen August eine Rolle im Topmanagement des auf Künstliche Intelligenz spezialisierten Unternehmens übernahm, gibt ihren Posten auf und wird sich fortan auf eine Beraterfunktion in Teilzeit beschränken.Simo begründete dies mit fortdauernden gesundheitlichen Schwierigkeiten. Sie leidet seit einigen Jahren am sogenannten posturalen Tachykardiesyndrom (POTS), einer Erkrankung des autonomen Nervensystems, die sich in Symptomen wie Schwindel, Ohnmachtsgefühl und starkem Herzklopfen äußert. Im April nahm sie schon eine Auszeit, nachdem sich ihre Krankheit verschlimmert hatte. Wie sie jetzt auf der Onlineplattform X sagte, sei ihr seither klargeworden, dass ihr Weg zur Besserung „länger und komplexer“ als gedacht sein werde und sie sich vollständig darauf konzentrieren müsse.Simo kam als große Hoffnungsträgerin zu Open AI. Die 40 Jahre alte gebürtige Französin blickt auf eine beeindruckende Karriere in der amerikanischen Technologiebranche zurück. Von 2011 bis 2021 war sie bei Meta, zuletzt als Chefin von Facebook. Danach wurde sie Vorstandschefin des Lebensmittellieferdienstes Instacart, den sie 2023 an die Börse brachte.Schwerer AbschiedMit Open AI kreuzten sich ihre Wege erstmals 2024, als sie dort einen Sitz im Verwaltungsrat übernahm. Im Jahr danach wechselte sie ganz zum Entwickler von ChatGPT. Sie bekam dort viel Verantwortung und übernahm einen großen Teil des Tagesgeschäfts von Vorstandschef Sam Altman, andere Mitglieder der Führungsriege wie Finanzchefin Sarah Friar berichteten an sie. Ihre Rekrutierung wurde auch weithin als Schritt gesehen, der OpenAI beim angepeilten Börsengang helfen soll. Das Unternehmen hat vor wenigen Wochen seinen Börsenprospekt bei der Aufsichtsbehörde SEC eingereicht. Damit wäre ein Börsengang noch im laufenden Jahr denkbar, wobei die „New York Times“ kürzlich schrieb, Open AI tendiere dazu, bis 2027 zu warten. Auch Anthropic, einer der größten Rivalen des Unternehmens, hat unlängst seinen Börsenprospekt vorgelegt.Mehreren Medienberichten zufolge schrieb Simo in einer internen Mitteilung an die Belegschaft, ihre bisherigen Aufgaben würden aufgeteilt und künftig vom Präsidenten Greg Brockman, Strategiechef Jason Kwon und Finanzchefin Friar übernommen. Sie scheint also nicht direkt ersetzt zu werden. Ihr Weggang ist die jüngste in einer Serie von Veränderungen in der Führungsriege in diesem Jahr.Auf X schrieb Simo, Open AI habe sich für sie wie die Aufgabe angefühlt, auf die sie in ihrer gesamten Karriere hingearbeitet habe, was den Abschied umso schwieriger mache. Sie sagte weiter, in ihrer Zeit bei Meta habe der dortige Vorstandschef Mark Zuckerberg ihr eine einjährige medizinische Auszeit angeboten, was sie damals aber abgelehnt habe. Sam Altman schrieb jetzt auf X, er sei „wirklich traurig“ über Simos Abschied.