Von der Couch aus Aktien kaufen oder den ETF-Sparplan steuern: Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital haben mit ihren Apps den Aktienhandel für Millionen von Menschen zugänglich und vor allem günstig gemacht.

Während Neobroker für eine Aktienorder oder die Einrichtung eines Sparplans nur einen symbolischen Euro berechnen oder diese gleich zum Nulltarif anbieten, zahlen Privatanleger:innen bei Filialbanken schnell zwischen zehn und zwanzig Euro Ordergebühren, bei Direktbanken immerhin noch acht bis zehn Euro. Doch der günstige Aktienhandel war bislang vor allem möglich, weil er durch ein spezielles Gebührenmodell gegenfinanziert wurde. Dem hat die EU nun einen Riegel vorgeschoben.Anzeige

Seit Anfang Juli gilt nach einer Übergangsfrist endgültig das Verbot des sogenannten „Payment for Order Flow“ (PFOF). Dabei leitet der Broker Kundenaufträge an private Handelsplätze und Market Maker weiter, die ihm dafür eine Art Rückvergütung zahlen.

Für Broker und Börsen war das eine Win-win-Situation: Die Neobroker konnten den Handel dadurch sehr günstig oder sogar zum Nulltarif anbieten und schnell neue Kund:innen gewinnen. Kleinere Regionalbörsen etwa in München, Düsseldorf oder Hamburg verschafften sich damit einen stetigen Orderflow.Anzeige