Wie die Skulptur einer weißen Welle schwingt sich das Düsseldorfer Schauspielhaus über den Gustaf-Gründgens-Platz. Ein schönes Haus, ein schwieriges. Bevor Wilfried Schulz 2016 die Leitung übernahm, lag das Theater künstlerisch komplett am Boden. Inzwischen strahlt es wieder, und damit ist nicht nur die sanierte Fassade gemeint. Mit klugem Ensembletheater, unterschiedlichen Regiehandschriften und einem Spielplan, in dem sich Kunstwillen und Publikumsnähe nicht ausschlossen, hat Schulz das Düsseldorfer Schauspielhaus unter dem Label „D’haus“ aus der Krise geführt und seinem Ruf als solider Troubleshooter alle Ehre gemacht. Wenn er sich an diesem Wochenende als Intendant verabschiedet, tut er das mit einem Auslastungsrekord: Fast zwei Millionen Besucher in zehn Jahren, lautet die stolze Bilanz.