Kugelfische vor Kreta, Qualleninvasion an der Adria: wer diesen Sommer im Mittelmeer mitschwimmtFische, Fischer, Fehlalarme: Klimawandel und Globalisierung verändern die Fauna des Mittelmeers. Ein Überblick über die aktuellen Ferienbekanntschaften zwischen Gibraltar und Zypern.Elena Panagiotidis10.07.2026, 14.34 Uhr4 LeseminutenDer Hasenkopf-Kugelfisch ist ein eher unscheinbarer Zeitgenosse, der sich immer weiter im Mittelmeer ausbreitest.Sebnem Cosku / GettyWer in diesen Wochen ins Mittelmeer steigt, muss den Platz mit einigen bemerkenswerten Einheimischen und Zugewanderten teilen. Vor Rimini treiben Quallen an den Strand, vor Kreta zerbeissen Hasenkopf-Kugelfishe die Netze von Fischern und zwischen Sizilien und Tunesien wurde gar ein ausgewachsener Weisser Hai gesichtet. Nicht alle sind gefährlich, einige sogar eher gefährdet. Ein kleiner Überblick über mögliche Ferienbekanntschaften.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Kopfgeld auf den InvasorenHasenkopf-KugelfischBegegnungschance: Mittel, besonders in der südlichen ÄgäisGefahr für Badende: geringGefahr für Fischernetze: hochÖkologischer Status: invasivDer im östlichen Mittelmeer verbreitete Hasenkopf-Kugelfisch sorgt verlässlich für Schlagzeilen. Er gehört zu den problematischsten invasiven Arten der Region und breitet sich besonders vor der Insel Kreta und in der südlichen Ägäis massiv aus. Ursprünglich war der Lagocephalus sceleratus im Indo-Westpazifik beheimatet, doch ist er über das Rote Meer durch den Suezkanal – begünstigt durch die steigenden Wassertemperaturen – ins Mittelmeer gelangt, wo er sich seit über 20 Jahren etabliert.Die Fische erreichen im Schnitt eine Länge von 40 Zentimeter, es wurden jedoch auch schon Exemplare von über einem Meter Länge und mehr als sieben Kilogramm gemeldet.Die lokalen Fischer haben wenig Freude, denn der Hasenkopf-Kugelfisch hat nur wenige natürlich Fressfeinde und kann sich ungehindert vermehren. Auf der Jagd nach Nahrung stürzt er sich auch auf die in den Netzen gefangenen Tiere und zerstört dabei mit seinen messerscharfen Zähnen die Netze und Fanggeräte der Fischer. Ausgerechnet das, was Griechenland-Urlaubern besonders gut schmeckt, nämlich Kalamares, steht auch ganz oben auf seinem Speiseplan.Umgekehrt eignet sich der Hasenkopf-Kugelfisch nicht für den menschlichen Verzehr. Seine inneren Organe und die Haut enthalten Tetrodotoxin (TTX), ein hochwirksames Nervengift, das auch beim Erhitzen nicht zerstört wird und zu Lähmungen führt. Vor einiger Zeit vergifteten sich fünf ausländische Matrosen, die einen selbst geangelten Kugelfisch gegessen hatten, wobei alle überlebten.Die griechische Regierung hat nun eine Art Kopfgeld unter Berufsfischern ausgelost. 5,33 Euro pro Kilogramm Hasenkopf-Kugelfisch. Insgesamt wurde ein Programm in Höhe von 1,5 Millionen Euro gestartet, um die Bestände zu dezimieren und die sichere Entsorgung in speziellen Verbrennungsanlagen zu gewährleisten.Wie hoch die Dichte der Tiere mittlerweile ist, zeigte sich kürzlich bei einem Anglerwettbewerb vor Rhodos. In der Jugendkategorie gewann ein 15-jähriger Schüler, der binnen weniger Stunden 158 Hasenkopf-Kugelfische aus dem Meer zog, wie die Zeitung «Proto Thema» berichtet.Die griechischen Medien sind voll mit Meldungen über Funde von Hasenkopf-Kugelfischen. Gleichzeitig versuchen Wissenschafter, die Gemüter zu beruhigen. Meeresbiologen erklären, dass Bissvorfälle meist immer damit zu tun hätten, wenn Menschen die Tiere mit Futter anlockten und versuchten, sie zu streicheln. Der Hasenkopf-Kugelfisch stelle tatsächlich eine ernste Bedrohung dar, jedoch für die Fischerei und das Ökosystem – aber nicht für den Menschen.📌 Η αλήθεια για τον λαγοκέφαλο – Πόσο κινδυνεύουν τελικά οι λουόμενοι;Βίντεο που αποτυπώνουν την τρομακτική δύναμη των σαγονιών λαγοκέφαλων να κόβουν με ευκολία αλουμινένια κουτάκια αναψυκτικού, έχει προκαλέσει έντονη ανησυχία και συζητήσεις ενόψει της θερινής περιόδου.… pic.twitter.com/htourQtxgq— vradini.gr (@VradiniGr) June 19, 2026