Japan : Weltgrößter Pensionsfonds soll heimische Anlagen kaufen10.07.2026, 13:47Lesezeit: 3 Min.Der staatliche Pensionsfonds in Japan soll mehr in inländische Anlagen investieren. So will die Regierung auch die Landeswährung Yen stützen.Japan will mit einer Umschichtung von Geldern seines riesigen staatlichen Pensionsfonds den heimischen Finanzmarkt stützen und den schwachen Yen stärken. Finanzministerin Satsuki Katayama kündigte am Freitag an, die Pensionsfonds zu „wesentlich größeren Investitionen in japanische Finanzanlagen“ zu bewegen. Die Aussicht, dass Milliarden aus dem Ausland zurück nach Japan fließen könnten, sorgte an den Märkten umgehend für Auftrieb. Der seit Monaten unter Druck stehende Yen legte deutlich zu, während die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen den stärksten Rückgang seit einem Monat verzeichneten.Im Fokus der Ankündigung steht der Government Pension Investment Fund (GPIF). Er ist der weltgrößte Pensionsfonds und verwaltete Ende März ein Vermögen von 293,6 Billionen Yen, umgerechnet etwa 1,6 Billionen Euro. Jede Änderung seiner Anlagestrategie hat weitreichende Folgen für die globalen Finanzmärkte. Die Regierung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi sucht händeringend nach Wegen, die Stabilität der Märkte zu sichern. Der schwache Yen, der zuletzt ein 40-Jahres-Tief erreichte, verteuert die Importe. Gleichzeitig sind die Anleihemärkte wegen der hohen Staatsausgaben und nur zögerlicher Zinserhöhungen durch die Zentralbank nervös.Japan ist der größte US-GläubigerAnalysten zufolge ist das Vorpreschen der Finanzministerin vor dem Hintergrund des jüngsten starken Anstiegs der Renditen langlaufender japanischer Staatsanleihen und der schwächelnden Landeswährung zu sehen. „Die Yen-Schwäche hilft zwar der japanischen Exportwirtschaft, sie befeuert jedoch zugleich die importierte Inflation in einer Phase, in der durch den Iran-Krieg ohnehin schon Preisaufwärtsdruck besteht“, sagte der Experte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Elmar Völker. Für die japanischen Pensionsfonds bildeten die deutlich gestiegenen heimischen Anleiherenditen für sich genommen bereits einen Anreiz, Anlagegelder zurück ins Land zu holen. Die Aufforderung durch das Finanzministerium könnte bestehende Bestrebungen in diese Richtung forcieren.Betroffen von einem Schwenk könnten vor allem US-Staatsanleihen sein. Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hält der weltgrößte Pensionsfonds rund 931 Milliarden Dollar an ausländischen Papieren, davon allein gut 232 Milliarden Dollar in US-Staatsanleihen. „Wie stark der deutsche Staatsanleihemarkt von einem Abzug japanischer Anlagegelder betroffen sein könnte, bleibt abzuwarten“, sagte LBBW-Analyst Völker. Bei geringerer Nachfrage steigen in der Regel die Renditen und damit die Zinskosten für den Bund. Völker sieht allerdings mehr Risiken für den US-Anleihemarkt. „Denn Japan ist noch immer der größte ausländische US-Gläubiger“, sagte der Experte. Das politische Gebaren der Regierung unter Präsident Donald Trump liefere bereits einen Anreiz für japanische Anleger, stärker zu diversifizieren. „Im besten Fall könnte der Euroraum hiervon mittelfristig sogar profitieren“, sagte Völker.Der Fonds selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Äußerungen der Ministerin ab. Ein Sprecher sagte, das Portfolio sei darauf ausgerichtet, die Anlageziele langfristig und mit dem geringstmöglichen Risiko zu erreichen. Bislang investiert der Fonds sein Kapital zu je einem Viertel in heimische Aktien, ausländische Aktien, heimische Anleihen und ausländische Anleihen. Bei der letzten großen Überprüfung im Jahr 2020 hatte der GPIF seinen Anteil an ausländischen Anleihen noch auf Kosten der heimischen Papiere erhöht. Eine Umkehr dieser Strategie wäre eine bedeutende Wende in der japanischen Finanzpolitik.
Japans GPIF: Weltgrößter Pensionsfonds stärkt den Yen
Der staatliche Pensionsfonds in Japan soll mehr in inländische Anlagen investieren. So will die Regierung auch die Landeswährung Yen stützen.











