Brauerei : Verbraucher trinken immer weniger Bier10.07.2026, 13:27Lesezeit: 2 Min.Der deutsche Markt schrumpft. Das spürt auch Veltins. Nur der Kauf von Karamalz hält die Sauerländer Großbrauerei auf Wachstumskurs.Angesichts des schrumpfenden deutschen Biermarktes hat die Großbrauerei Veltins ihren Wachstumskurs nur durch den Zukauf der Marke Karamalz fortsetzen können. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Getränkeabsatz des Familienunternehmens C. & A. Veltins um 1,3 Prozent auf 180 Millionen Liter. Das ist das dritte Halbjahresplus in Folge.Ohne die Übernahme des Malzgetränks von der Brauerei Eichbaum in Mannheim wäre der Absatz der Großbrauerei im Sauerland um 2,5 Prozent gesunken. Die Stammmarke Veltins Pils verlor im ersten Halbjahr 4,3 Prozent an Absatz. Dabei habe auch eine Rolle gespielt, dass Veltins die Preise erhöht habe, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Volker Kuhl.Statt Geld auszugeben, hielten Verbraucher ihre Geldbeutel geschlossen und kehrten im Alltag zu extremer Preissensibilität zurück. Das bekomme auch die Gastronomie zu spüren, hieß es. Die schwache Nachfrage nach Bier habe sich gerade wieder in den ersten fünf Monaten 2026 gezeigt. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2022 sei der Biermarkt um 400 Millionen Liter geschrumpft: „Wir haben tatsächlich eine manifeste Strukturkrise der Branche.“Es gehe nicht mehr um ein temporäres Tal, das durchgestanden werden müsse, sondern um eine dauerhafte Marktbereinigung, sagte er. Etliche Insolvenzen, Standortaufgaben und Verkäufe von zum Teil auch sehr traditionsreichen Brauereibetrieben in jüngster Zeit zeigten, dass „es hier nicht mehr irgendwie so ein kleines Problem ist, sondern dass insbesondere im mittelständischen Bereich eine harte Konsolidierung stattfindet“.Veltins ist nach der Übernahme der Marke Karamalz für weitere mögliche Zukäufe auch von Brauereien offen, wie Kuhl deutlich machte. Aus Gründen der Vertraulichkeit könne man aber nicht einzelne Markennamen öffentlich durchgehen: „Nur das grundsätzliche Interesse ist vorhanden, uns auch mit anderen Produktionsstätten zu beschäftigen.“ Die eigene Großbrauerei in Meschede stoße mit der Karamalz-Produktion an ihre Kapazitätsgrenzen.Die geplante Zuckersteuer auf Getränke der Bundesregierung könnte zu einer erheblichen Belastung führen. Mit Blick auf die eigene Fassbrause, Radler und Malzgetränke würde dies die Veltins-Brauerei schätzungsweise zwölf Millionen Euro im Jahr zugunsten der Bundeskasse kosten – bei gleichen Preisen und unveränderten Rezepturen. Zu prüfen sei, ob die Rezepturen verändert würden, etwa mit Süßungsmittel oder geringerem Zuckergehalt.