Geschenke lösen oft intensive, emotionale Reaktionen aus. Sie können Beziehungen stärken, Zugehörigkeit vermitteln, Freundschaften entstehen lassen und lang anhaltende Erinnerungen schaffen. Sie können aber auch Beziehungen ruinieren, Verwirrung, Enttäuschung oder Verärgerung auslösen. All das gilt natürlich auch für Präsente, die Politikerinnen und Politiker von Kolleginnen und Kollegen oder Staatsgästen erhalten. Jüngstes Beispiel: Bundeskanzler Friedrich Merz und andere Regierungschefs haben auf dem Nato-Gipfel vom türkischen Gastgeber Recep Tayyip Erdoğan personalisierte scharfe Revolver samt einer Schachtel Munition geschenkt bekommen. Das Fabrikat: Gümüşay (Silbermond) 357 Magnum, ein seltener Sechsschüsser, der in den Neunzigerjahren vom türkischen Waffenhersteller MKE produziert wurde. Offenbar war das Präsent nicht nur zur Zierde gedacht.
Damit es keine Probleme mit dem Zoll gibt, legte Erdoğan sogar ein Ausfuhrzertifikat dazu. Merz ließ es allerdings nicht darauf ankommen: »Der Revolver wurde der Botschaft übergeben, damit er ordnungsgemäß eingeführt und dann in der Sammlung offizieller Geschenke inventarisiert werden kann«, lässt ein Regierungssprecher ausrichten.
Friedrich Merz, Recep Tayyip Erdoğan in Ankara







