Endloses Scrollen gehört für viele Social-Media-Plattformen zum Geschäftsmodell: Dank personalisierter Algorithmen, automatisch startender Videos und eines endlosen Nachschubs an neuen Beiträgen können sich gerade Jugendliche und anfällige Erwachsene ein solch ungesundes Nutzungsverhalten angewöhnen.
Die EU-Kommission wirft nun Meta im Rahmen eines Verfahrens vor, bei seinen Plattformen Facebook und Instagram gezielt suchtfördernde Designs einzusetzen. Wegen möglicher Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA) der EU könnten dem US-Konzern hohe Strafen bis zu sechs Prozent des weltweiten Konzernumsatzes drohen. Der US-Konzern zeigt sich jedoch keiner Schuld bewusst.Zwar gibt es noch keine offizielle medizinische Diagnose für eine sogenannte Social-Media-Sucht, aber aktuelle Studien zeigen ein beunruhigendes Bild der Mediennutzung. Laut einer Erhebung der Krankenkasse DAK zeigen 21,5 Prozent der 10- bis 17-Jährigen eine riskante Nutzung. In den USA müssen sich die US-Konzerne derzeit gegen eine regelrechte Prozesslawine wehren, viele andere Staaten planen Social-Media-Verbote für Jugendliche.
Um das Risiko wirksam zu minimieren, schlägt die Brüsseler Behörde einschneidende Änderungen vor. Denkbar sei etwa, Funktionen wie Autoplay und endloses Scrollen standardmäßig zu deaktivieren, wirksame Bildschirmzeit-Pausen einzuführen und das Empfehlungssystem so anzupassen, dass es weniger auf eine hohe Verweildauer ausgerichtet ist.Meta widerspricht in einer Stellungnahme den Feststellungen der Kommission. »Seit Beginn dieser Untersuchung haben wir Teen-Konten eingeführt, die Jugendliche automatisch schützen und Eltern die Kontrolle geben«, erklärt ein Firmensprecher. Mit der Funktion könnten Eltern den Zugriff ihrer Kinder auf Instagram nachts sperren und die tägliche Bildschirmzeit auf nur 15 Minuten begrenzen. Man sei bereit, mit der Kommission konstruktiv zusammenzuarbeiten. Der Konzern hat nun Gelegenheit, seinen Standpunkt darzulegen, bevor die Kommission über mögliche Sanktionen entscheidet.










