Der durch Glyphosatklagen in den USA mit hohen Schulden belastete Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer verschafft sich durch einen Milliardendeal mit der Beteiligungsgesellschaft Apollo mehr finanziellen Spielraum. Apollo erhalte eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft, in die Bayer sein Geschäft mit reversiblen Langzeit-Kontrazeptiva (LARC) einbringe, teilte der Dax-Konzern am Freitag mit. Dadurch sichert sich Bayer den Angaben zufolge 3 Milliarden Euro Eigenkapital.

Bayer behält die Anteilsmehrheit an der Gesellschaft sowie die vollständige operative Kontrolle über das LARC-Geschäft (Verhütungsmittel), das Teil des Kerngeschäfts der Pharmasparte bleibt. Der Abschluss der Transaktion werde für das dritte Quartal 2026 erwartet.„Erhöhter Liquiditätsbedarf“„Wir steigern damit unsere finanzielle Flexibilität angesichts ‌des in diesem Jahr ​erhöhten Liquiditätsbedarfs ‌durch Anleihefälligkeiten und Rechtsstreitigkeiten“, sagte Finanzchefin Judith Hartmann (57). „Zugleich können wir so unsere langfristigen strategischen Prioritäten weiter konsequent umsetzen.“

Beteiligungsfirmen wie Apollo suchen ‌zunehmend Investment-Möglichkeiten jenseits von Übernahmen ganzer Unternehmen, die als „strukturiertes Kapital“ bezeichnet werden. „Diese Transaktion spiegelt ‌den zentralen Zweck ​unserer ’High Grade Capital ‌Solutions’-Plattform wider – nämlich Blue-Chip-Unternehmen große Mengen ‌an ​flexiblem und maßgeschneidertem Kapital zur Verfügung zu stellen“, erklärte Apollo-Partner Jamshid Ehsani zum Bayer-Deal.