Im milliardenschweren US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat steht Bayer vor einer neuen Hürde. Ein geplanter Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar wurde bereits am Donnerstag durch ein spezielles US-Bundesrichtergremium (JPML) vorläufig von einem Gericht in Missouri an ein Bundesgericht im kalifornischen San Francisco verwiesen. Der von Bill Anderson (59) geführte Agrar- und Pharmakonzern ‌aus Leverkusen bestätigte die Verlegung am Dienstag, betonte jedoch, dass es sich nicht um eine endgültige Entscheidung handelte. „Wir sind von unseren Argumenten überzeugt, dass der Fall an das staatliche Gericht in Missouri zurückverwiesen werden sollte“, teilte Bayer mit. Das Unternehmen werde gegen die vorläufige Anordnung Einspruch einlegen. Es handele sich um einen Routinevorgang, der keinen Einfluss auf die endgültige Entscheidung über den zuständigen Gerichtsstand habe.

Nervosität steigtDie juristische Hängepartie belastete die Bayer-Aktie am Dienstag schwer. Die Papiere fielen in der Spitze um mehr als 6 Prozent ⁠auf den ⁠niedrigsten Stand seit sechs Monaten und waren damit Schlusslicht im Dax. Bereits am Vortag hatten sie deutlich nachgegeben. Seit Jahresbeginn haben die Titel damit knapp 10 Prozent an Wert verloren. Einem Börsianer zufolge ist der aktuelle ‌Kursrutsch auch auf die wachsende Nervosität vor dem 4. Juni zurückzuführen. An diesem Tag läuft die Frist ‌für Kläger ab, aus dem vorläufig genehmigten Sammelvergleich auszutreten. Am Markt gebe es Bedenken hinsichtlich der Zustimmung unter den Klägern.