Seit November letzten Jahres läuft der Prozess gegen die letzte NSU-Angeklagte, Susann E., am Oberlandesgericht Dresden. Die Zwickauerin schweigt seit dem ersten Prozesstag, blieb auch regungslos, als sie ihre einst beste Freundin Beate Zschäpe im Hochsicherheitssaal am Hammerweg traf. Die verurteilte Zschäpe wurde insgesamt dreimal im Prozessverlauf als Zeugin befragt, während Susann E. auf der Anklagebank saß. Susann E. wäre einst in Zwickau „ihre wichtigste Person“ gewesen, so Zschäpe. Man habe sich regelmäßig besucht, gemeinsam gegrillt - damals das gleiche rechtsradikale Gedankengut geteilt. Doch was genau hat Susann E. von den NSU-Plänen gewusst, war die Frage des aktuellen Gerichtsprozesses.
Susann E., Ehefrau des bereits verurteilten NSU-Unterstützers André E., ist wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Beihilfe zu einer schweren räuberischen Erpressung mit Waffen angeklagt. Von den Morden und Raubüberfällen des NSU hat sie nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft gewusst. Der Generalbundesanwalt hält es für erwiesen, dass Susann E. Beate Zschäpe zwischen 2008 und 2011 half, abzutauchen. Sie lieh ihr ihren Personalausweis, die Bahncard oder auch ihre Krankenkassen-Karte. Sie soll zudem an der Abholung des Wohnmobils beteiligt gewesen sein, das der NSU am 4. November 2011 bei seinem letzten Raubüberfall in Eisenach verwendete. Dabei habe sie billigend in Kauf genommen, dass das Fahrzeug für einen Banküberfall verwendet werden sollte, so die Generalstaatsanwaltschaft.







