Ein Rektor verbietet einem Lehrer, ein „Antifaschistische Seenotrettung“-Shirt zu tragen und erteilt dem Kollegium einen Maulkorb. So geht es nicht.
J emand hatte das T-Shirt des Lehrers gesehen und Anstoß daran genommen: ein stilisiertes Schiff, in Schwarz und Rot auf weißem Grund – „Antifaschistische Seenotrettung“ stand drauf. Laut der Lehrer*innengewerkschaft GEW war „eine schulfremde Person“ zum Rektor der Bremer Förderschule Paul Goldschmidt gegangen und hatte sich beschwert. Der Rektor verbot dem Lehrer, sein T-Shirt weiter in der Schule zu tragen.
Rückenwind bekam er von der Bremer Schulaufsichtsbehörde. Die verfasste ein Schreiben zu dem Fall: Das Personal solle während der Dienstzeit überhaupt „keine Kleidungsstücke mit politischen Botschaften oder Slogans“ tragen, zumindest keine, die „geeignet sind, im schulischen Umfeld Kontroversen auszulösen oder den Schulfrieden zu beeinträchtigen“. Schließlich gebe es ein Neutralitätsgebot an Schulen.
Der Rektor zitierte das Schreiben der Schulaufsicht auf einer Gesamtkonferenz und untersagte dem Kollegium danach die weitere Diskussion über das Thema, wie die GEW schreibt. Nicht, dass da noch jemand im schulischen Umfeld Kontroversen auslöst.










