Im Berliner Abgeordnetenhaus muss eine Journalistin ihr Antifa-Shirt umdrehen. Ist politische Neutralität ausgerechnet jetzt die angesagte Haltung?
E ntschuldigung, können sie bitte Ihr T-Shirt auf links drehen?“, werde ich am Eingang des Abgeordnetenhauses von Berlin gefragt. Ich bin bereits durch den Sicherheitscheck und warte auf den Fahrstuhl, als dem Security-Vorgesetzten einfällt, dass meine Kleidung so nicht in Ordnung sei.
Verdutzt schaue ich auf mein Oberteil: „Ciclista Antifascista“ steht da und etwas kleiner gedruckt „Cyclepunk against Fascism“.
Ich trage das Shirt schon den ganzen Tag, als ich mich nachmittags mit dem Rad auf den Weg ins Berliner Parlament mache, um einen Abgeordneten zu interviewen.
Kurz schießt mir der Gedanken durch den Kopf, ob ich das angebracht finde, und beschließe: „Ja, finde ich unbedingt! Schließlich bedeutet Antifaschismus der Kampf gegen diktatorische und antidemokratische Strömungen und der sollte doch gerade im Herzen unserer Demokratie – nämlich in den Parlamenten – Platz haben.“






