Man kennt Susanne Daubner als das Seriositätsversprechen dieser Republik. Zumindest wenn sie nicht wieder mal einen Lachanfall bekommt. Punkt 20 Uhr, wenn die Fanfaren der „Tagesschau“ ertönen, ist Daubner aber für gewöhnlich der Anker in der Brandung des Weltchaos. Doch wer Susanne Daubner in der „Dunkelkammer“ eines Podcasts trifft – ausgerechnet im Zwiegespräch mit einem pinkfarbenen Plüsch-Anarchisten namens Elmo aus der Sesamstraße –, erlebt die niedliche Dekonstruktion einer Institution im besten Sinne. Es ist eine Begegnung, die zwischen Feuilleton und Spielplatz oszilliert und dabei Wahrheiten zutage fördert, die so gar nicht in das starre Korsett einer Nachrichtensendung passen würden.
Die DDR-Flucht: Eine Reisetasche voller Freiheit
Das Gespräch beginnt locker damit, dass Daubner nicht gut malen, aber dafür umso besser tanzen kann – steuert dann aber unweigerlich auf jenen Moment zu, der Daubners Leben in ein Davor und ein Danach teilt: den Sommer 1989. Es ist die Geschichte einer Frau, geboren 1961 in Halle (Saale), die beschließt, die Enge einer Diktatur gegen die Ungewissheit des Westens einzutauschen: Aus der DDR flieht sie in den Westen.Daubner beschreibt den Akt des Verlassens im Elmo-Podcast „Und du so?“ dabei nicht als Verlust, sondern als Befreiung von Ballast. „Ich habe meine Wohnung abgeschlossen (....) und bin mit dieser kleinen Reisetasche in den Westen. Und ich hatte dann nichts mehr außer dieser kleinen Reisetasche“, erzählt Daubner dem staunenden Elmo.







