Die EU müsse konkrete Maßnahmen deutlich schneller umsetzen, damit Europas Banken wettbewerbsfähiger werden, forderte Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Die EU-Kommission will ihren Bericht zur Bankenregulierung und Wettbewerbsfähigkeit des Bankensektors am 17. Juli vorstellen. Teile des Inhalts sind schon vorab durchgesickert. Daher hat der Verband dazu Stellung bezogen.Herkenhoff beunruhigt, dass die Reform der Bankenregulierung in Europa durch den angestrebten Zeitplan der EU-Kommission auf die lange Bank geschoben wird. Der Hauptgeschäftsführer des Lobbyverbands der deutschen Privatbanken spricht „von einem verlorenen Jahr 2025 und wohl auch von einem verlorenen Jahr 2026“, da der eigentliche Gesetzgebungsprozess erst im März kommenden Jahres starten soll. „Das dauert viel zu lange, das muss schneller gehen.“ Zudem warnt der Bankenverband davor, Entlastungen in der Regulierung mit der europäischen Einlagensicherung (EDIS) zu verknüpfen. Eine Einigung bei EDIS ist nicht absehbar.Goldman Sachs: Eigenkapitalanforderung sinkt um 324 BasispunkteKonkret geht es den Privatbanken um die Eigenkapitalanforderungen. In den USA wird laut Bankenverband die Kapitalanforderung gesenkt. Für Goldman Sachs bedeutet das beispielhaft, dass sie um 324 Basispunkte bezogen auf das gesamte Kreditvolumen sinkt. Bei der britischen Bank Barclays sinkt die Eigenkapitalanforderung um 100 Basispunkte, während sie bei der Deutschen Bank um 276 Basispunkte steigt. „Wir fordern gar nicht, dass die Eigenkapitalanforderungen an europäische Banken sinken. Wir wollen aber, dass sie nicht weiter steigen“, sagte Herkenhoff vor Journalisten in Frankfurt.Es geht aber nicht nur um die Eigenkapitalanforderungen, die für die Banken die Ausgabe von Krediten verteuern und möglicherweise verhindern. So werden Softwareinvestitionen in der EU zumeist als immaterielle Vermögenswerte vom harten Kernkapital komplett abgezogen, während sie in den USA als „other assets“ bilanziert und nicht kapitalmindernd berücksichtigt werden. „Diese Ungleichheit ließe sich einfach und schnell beseitigen“, sagte Hilmar Zettler, der in der Geschäftsleitung des Bankenverbands sitzt.