Das im US-Bundesstaat Denver ansässige Rüstungsunternehmen Azak hat in einer Demonstration für die U.S. Army einen kleinen, etwa 226,8 kg schweren unbemannten Roboter einen militärischen Logistiktruck, ein Wechselladerfahrzeug, inklusive Zuladung mit einem Gesamtgewicht von 24,5 t ziehen lassen. Das geht aus einem Unternehmens-Post auf Linkedin hervor. Der Roboter konnte dabei das Fahrzeug mit mehr als dem Hundertfachen des Roboter-Eigengewichts auf unebenem Boden bewegen. Möglich macht das eine von Azak entwickelte Radtechnik. Die S26-Räder des Unternehmens integrieren jeweils Antrieb, Stromversorgung und Steuerungssystem und können je nach Anforderungen durch Anstecken in zwei oder mehrrädrige (Roboter-)Fahrzeuge eingebaut werden.

Herkömmliche Militärroboter bestehen aus einer Plattform mit Fahrgestell und Achsen, die meist über einen zentralen Motor mit Getriebe angetrieben werden. Diese Konstruktionen sind aufwendig und lassen sich im Nachhinein nur mit Designveränderungen und Neuanfertigungen an unterschiedliche Nutzungsanforderungen anpassen.

Die S26-Räder können an beliebigen Plattformen angesteckt werden. Hier ein zweirädriges Fahrzeug.

(Bild: Azak/Screenshot)

Azak wählt dagegen einen anderen Ansatz und nutzt Radmodule mit einem Durchmesser von 26 Zoll (etwa 66 cm). Die S26 genannten, rund 39 kg schweren Räder stellen dabei jeweils eine eigenständige Antriebseinheit dar. Sie umfassen Elektromotor, Getriebe, Steuerungselektronik und Batterie. Sie sind mit einem Stecksystem ausgerüstet, mit dem sie an beliebige Plattformen angesteckt werden können. So lassen sich Fahrzeuge mit zwei und mehr Rädern schnell realisieren. In einer früheren Demonstration hatte Azak etwa seine Räder an einem Baumstamm befestigt, der dann ferngesteuert durch die Gegend gefahren werden konnte. Die Reichweite der Räder beträgt bis zu knapp 97 km.