Der Kölner Motorenbauer Deutz peilt den größten Zukauf seiner gut 160-jährigen Firmengeschichte an. Wie das Unternehmen in Köln mitteilte, wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des Rüstungskonzerns FFG Flensburger Fahrzeugbau GmbH aus Schleswig-Holstein geschlossen. Der Kaufpreis liege bei rund 1,6 Milliarden Euro. Er soll teilweise in Aktien bezahlt werden, die Deutz neu ausgibt. Die bisherige Eigentümerfamilie der FFG soll künftig 29,9 Prozent der Deutz-Anteile halten. Die Aktie stieg am Morgen auf der Handelsplattform Tradegate um 7 Prozent an gegenüber dem Xetra-Schlusskurs von Mittwoch.Für die Transaktion steht noch die Zustimmung der Hauptversammlung aus, außerdem fehlt noch die Zustimmung von Kartellbehörden. Die Übernahme soll Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen sein. Zu den aktuell rund 6000 Deutz-Beschäftigten kämen dann 1100 Beschäftigte der FFG hinzu. »Zusammen mit FFG wird Deutz zu einem führenden nationalen Systemanbieter für militärische Fahrzeuge, Antriebe und Energielösungen«, sagt Deutz-Chef Sebastian Schulte.

Geschäft mit MilitärfahrzeugenDie Flensburger Firma produziert, wartet und modernisiert Schützenpanzer, Mannschaftstransporter und andere Militärfahrzeuge. Ein Kunde ist die Bundeswehr. 2025 kam die Firma den Angaben zufolge auf einen Umsatz von 760 Millionen Euro, sie ist profitabel. Mit dem Zukauf stärkt Deutz seine noch kleine Rüstungssparte, die Motoren für einen polnischen Truppentransporter und Hilfsmotoren für Panzer herstellt. Im vergangenen Jahr kaufte Deutz einen Drohnen-Zulieferer. Dessen Elektroantriebe und Steuerantriebe sind in Drohnen verbaut, die von der ukrainischen Armee genutzt werden.