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Überkapazitäten: China droht ein Rückfall in die Deflation Neue Inflationsdaten deuten darauf hin, dass sich Chinas Hersteller trotz Energiepreisschock nicht aus der negativen Preisspirale befreien können.

Sabine Gusbeth 09.07.2026 - 05:26 Uhr Artikel anhörenStraße mit Läden: Der Preiswettbewerb in China bleibt hart. Foto: Andy Wong/AP/dpaPeking. Chinas Produzenten konnten im Juni keine höheren Preise im Markt durchsetzen. Zwar waren die Produzentenpreise höher als im Vorjahresmonat, doch im Vergleich zum Vormonat sanken sie um 0,3 Prozent, wie die nationale Statistikbehörde am Donnerstag bekannt gab. Hauptgrund dafür seien gesunkene Energie- und Rohstoffkosten.Die neuen Daten deuten darauf hin, dass Chinas Hersteller nicht in der Lage sind, dauerhaft höhere Preise durchzusetzen. Sie sehen sich offenbar gezwungen, die gesunkenen Kosten direkt an die Kunden weiterzugeben, um im harten Wettbewerb zu bestehen. Der ruinöse Preiswettbewerb ist eine Folge des hohen Angebots und der geringen Nachfrage in China. Einige Ökonomen hatten gehofft, dass der Energiepreisschock infolge des Irankriegs zu einer Trendwende führen könnte. Dies scheint jedoch auszubleiben.Die Auswirkungen der gestiegenen Rohstoffpreise werden beim Vergleich mit dem Vorjahresmonat deutlich: So waren die Produzentenpreise zuletzt 4,1 Prozent höher als im Juni vergangenen Jahres, die Verbraucherpreise um ein Prozent.Harter Preiswettbewerb führt zu VerlustenDie meisten Volkswirte halten sinkende Preise für problematischer als steigende Preise. Denn wenn Konsumenten und Unternehmen damit rechnen, dass Preise weiter sinken, schieben sie Kauf- und Investitionsentscheidungen weiter auf. Diese negative Preisspirale bremst das Wirtschaftswachstum.Private Investitionen sanken zwischen Januar und Mai um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie Daten der Statistikbehörde zeigen. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im gleichen Zeitraum leicht, um 1,4 Prozent. Im Mai waren sie sogar um 0,6 Prozent gesunken.Chinas Firmen suchen Rettung im ExportDie geringe Nachfrage in China und der harte Preiswettbewerb sorgen auch dafür, dass immer mehr Unternehmen ihre Waren ins Ausland exportieren. Besonders deutlich wird dies auf dem Automarkt. Das zeigen Daten, die Chinas Verband für Personenkraftwagen (CPCA) am Mittwoch veröffentlichte: Demnach brach der Autoabsatz in China im Vergleich zum Vorjahresmonat um 23 Prozent auf 1,6 Millionen Fahrzeuge ein. Die Exporte stiegen dagegen um 82 Prozent auf 877.000 Fahrzeuge.Der starke Anstieg bei den Exporten führt in immer mehr Ländern zu einer Abwehrreaktion. So hatten sich die Regierungschefs der EU-Staaten Mitte Juni auf einen härteren Kurs gegenüber China verständigt. Chinas Staatsführung weist Kritik von außen an den Überkapazitäten vehement zurück. Verwandte Themen ChinaKonjunkturInflationIm ersten Quartal war Chinas Wirtschaft offiziellen Angaben zufolge um fünf Prozent gewachsen. Für das Gesamtjahr hat die Staatsführung ein Wachstumsziel von 4,5 bis fünf Prozent vorgegeben. Das Wirtschaftswachstum gilt in China jedoch als politische Zahl. Daher gibt es immer wieder Zweifel an der Korrektheit der offiziellen Daten.2024 hatte der jüngst verstorbene chinesische Ökonom Gao Shanwen für Schlagzeilen gesorgt, der Chinas Wirtschaftswachstum in den drei Jahren zuvor um drei Prozentpunkte überschätzt hielt. Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank rechnen in ihren neuesten Prognosen, die diese Woche veröffentlicht wurden, mit einem Wachstum von Chinas Wirtschaft 2026 um 4,6 beziehungsweise 4,4 Prozent. Grund für das langsamere Wachstum sind vor allem die anhaltenden Probleme auf dem Immobilienmarkt, sowie die Konsumzurückhaltung vieler Haushalte. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt