Die äußeren Spiralarme der Milchstraße, namentlich der sogenannte Äußere Arm und der Äußere Scutum-Centaurus-Arm, sind etwa zehn Prozent weiter vom galaktischen Zentrum entfernt als bislang in der Wissenschaft angenommen. Zu diesem für die Astrophysik völlig überraschenden Ergebnis kommt ein Team um die Erstautorin Beatrice Vaia von der italienischen Scuola Universitaria Superiore IUSS Pavia.Anzeige

Die erfahrene Forscherin untersuchte gemeinsam mit ihren Kolleg:innen die Ränder unserer Galaxie mit einer innovativen Methode, wie in einer im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics veröffentlichten Studie detailliert nachzulesen ist. Die neuen Berechnungen zeigen dabei nicht nur eine signifikante Verschiebung der Distanzen, sondern belegen auch, dass der am weitesten entfernte galaktische Arm eine enorme Dicke von rund 3.500 Lichtjahren aufweist.

Das Problem mit den etablierten Modellen

Bislang stützten sich Fachleute bei der Kartierung der riesigen Milchstraße vornehmlich auf sogenannte kinematische Modelle, die auf der Beobachtung von Gaswolken und deren Radialgeschwindigkeiten basieren. Da wir uns mit unserem eigenen Sonnensystem jedoch selbst mitten in der galaktischen Scheibe befinden, versperrt uns dichter interstellarer Staub oft die direkte Sichtweite auf diese weiter entfernten Strukturen.Anzeige