Kurz vor 21 Uhr steigen die Antifaschist:innen in die Busse, Kontext steigt bei einem von "Zeit zu handeln" ein. Der Plan, auf einem Thüringer Parkplatz auf andere Busse aus Süddeutschland zu warten, fällt ins Wasser: Ein halbes Dutzend Polizeitransporter ist aufgetaucht, außerdem mahnt Busfahrer Karl-Heinz, dass seine Lenkzeit eingehalten werden muss – eine längere Pause sei deshalb nicht drin. Von den Polizeitransportern bis zur Stadtgrenze eskortiert, fährt der Bus zum Erfurter Willy-Brandt-Platz. Im Bus ziehen sich einige Handschuhe an, eine junge Frau geht durch die Reihen und verteilt Demo-Material aus einer großen Tüte.
Die Uhr zeigt 3.13 Uhr, als die Angereisten aus Stuttgart auf den Asphalt treten. "Entmummen, entmummen!", fordert ein junger Mann eine Handvoll Aktivist:innen auf, die ihre Schlauchschals über die Nase gezogen haben. Es gelte jetzt, so unauffällig wie möglich zu sein, erklärt er – Vermummung sei kontraproduktiv. Kurz darauf kommen die beiden andern Busse aus Stuttgart an, die Gruppe, an die 100 Köpfe, schlendert zum Stadtpark. Hier harren sie über zwei Stunden aus, die meiste Zeit aus der Distanz und zunächst im Schutz der Dunkelheit von mehreren Polizeigruppen in schwarzer Kampfmontur bewacht.










