Um die Türkei als wichtigen Alliierten bei der Stange zu halten, hat der amerikanische Präsident Donald Trump am Dienstag angekündigt, dass Washington die 2020 wegen des Kaufs russischer Raketenabwehrsysteme vom Typ S-400 durch Ankara verhängten US-Sanktionen gegen die Türkei aufheben werde. Gleichzeitig signalisierte er seine Bereitschaft, dem Nato-Partner F-35-Kampfjets zu verkaufen. Die Türkei ist ein Gegenspieler Israels im Nahen Osten.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte gestern, Israel sei der Ansicht, dass die Türkei keine F-35-Kampfjets oder Triebwerke für ihre Kampfflugzeuge erhalten solle, und er habe Trump in einem kürzlichen Telefonat von einem solchen Schritt abgeraten.

In einem Interview mit Fox News warnte Netanjahu Trump vor dem Verkauf der F-35 an die Türkei und bezeichnete die Türkei als „ein von der Muslimbruderschaft infiziertes Regime, einer extremistischen Bewegung, die Amerika hasst und ‚Tod den USA‘ skandiert“.

Trump sorgte mit einer weiteren Wortmeldung für Irritationen in Israel. Er kündigte laut der Times of Israel an, Syrien als staatlichen Terrorismus-Sponsor von der Liste des US-Außenministeriums zu streichen. Zuvor hatte Trump gesagt, Syrien sollte anstelle Israels im Libanon gegen die Hisbollah kämpfen.