Der Parlamentarische Staatssekretär im Familienministerium Michael Brand (CDU) ist für viele konfliktträchtige Themen zuständig: darunter das Prostituiertenschutzgesetz, das Schwangerenkonfliktgesetz, der Haushalt, Hospize und Palliativversorgung von Senioren. Im Juni vorigen Jahres hat er dazu noch die Aufgabe des Beauftragten gegen Antiziganismus übernommen. Als Beauftragter, aber auch als Abgeordneter sieht sich Brand als „Stimme für die Sinti und Roma“. Diese Woche hat die Bundesregierung eine Kommission eingesetzt, die das Unrecht aufarbeiten soll, das ihnen in Deutschland auch nach 1945 widerfahren ist.Menschenrechtsthemen liegen Brand am Herzen, seit er mit Anfang zwanzig einer der ersten ausländischen Studenten an der Universität Sarajevo war und dort half, eine Menschenrechtsorganisation aufzubauen. Die Massengräber des Bosnienkriegs haben ihn seither nicht mehr losgelassen. Einerseits sei es damals um Opferhilfe gegangen – etwa für die Frauen von Srebrenica –, andererseits um die Dokumentation von Kriegsverbrechen, um die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.Ein Freund des ermordeten Walter LübckeBrand wurde 1973 in Fulda geboren. Er studierte Politische Wissenschaften, Geschichte und Rechtswissenschaften in Bonn und arbeitete während seines Studiums beim Europäischen Balkan-Institut und als freier Journalist. Von 1991 bis 1994 war er Vorsitzender der Jungen Union Künzell, anschließend stellvertretender Kreisvorsitzender der Jungen Union in Fulda. Seit 1993 ist er Mitglied der CDU. 2005 wurde er als erster evangelischer Direktkandidat des Wahlkreises Fulda-Vogelsberg in den Deutschen Bundestag gewählt. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte er das höchste Direktwahlergebnis in Hessen. Viele Jahre setzte er sich im Bundestag als Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe für Religionsfreiheit, Demokratie und verfolgte Gruppen ein. Seit zehn Jahren darf er nicht mehr nach China einreisen, weil er intensive Kontakte mit dem Dalai Lama und den Tibetern pflegt.Mehr als 20 Jahre lang war er eng mit dem CDU-Politiker Walter Lübcke befreundet, der 2019 von einem Rechtsextremisten ermordet worden ist. Brand hat dessen Frau und die Söhne während der Prozesse in Frankfurt regelmäßig dorthin begleitet.Neben seinen politischen Ämtern engagiert sich Brand ehrenamtlich im Hospiz-Förderverein „LebensWert“ in Fulda und in vielen weiteren Institutionen der unmittelbaren Umgebung, auch in einer Karnevalsgesellschaft. Als sein schönstes Amt bezeichnet der Vater dreier Töchter und Anhänger des 1. FC Köln die Präsidentschaft des fraktionsübergreifenden Fanklubs „Koalition Rut-Wiess“ im Bundestag.