Kanzler bei NATO-Gipfel: Russland hat keine ChanceBundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine beim NATO-Gipfel in Ankara weitere Unterstützung zugesagt und einen für Russland erfolgreichen Verlauf des Kriegs ausgeschlossen. „Wir werden der Ukraine weiter helfen“, sagt Merz vor Beginn von Beratungen der 32 Staats- und Regierungschefs der Allianz. „Russland hat keine Chance, diesen Krieg zu gewinnen“, betont der Kanzler. „Sie werden die Kriegsziele nicht erreichen, und je schneller wir diesen Krieg beenden, umso besser ist es für Europa, umso besser ist es für Russland und umso besser ist es für den Frieden in der Welt.“ Brände nach Angriffen auf russische ÖlraffinerienDie ukrainische Armee hat in der Nacht wieder mit Drohnenangriffen das Hinterland Russlands getroffen und auf die Ölindustrie des Gegners gezielt. In den Raffinerien von Saratow an der Wolga und Nischnekamsk in Tatarstan brachen Brände aus, wie ukrainische und russische Telegramkanäle berichteten. In Saratow – knapp 800 Kilometer von der Ukraine entfernt – wurde nach Angaben von Gouverneur Roman Bussargin ein Mann getötet. Er bestätigte ansonsten nur Schäden an der zivilen Infrastruktur. Nischnekamsk liegt etwa 1200 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Attacken auf die beiden Raffinerien. Seinen Angaben nach hat das ukrainische Militär zudem auch Ziele in den Regionen Woronesch und Baschkortostan angegriffen. Das genaue Ziel dieser Attacken nannte er dabei nicht. Selenskyj fordert größere Lieferungen von FlugabwehrraketenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat als Gast auf dem NATO-Gipfel in Ankara größere Lieferungen von Patriot-Flugabwehrraketen von den Partnerstaaten eingefordert. „Das ist Russlands letzter großer Vorteil“, sagte der Staatschef bei einem Auftritt am Dienstag. Russland griff in den vergangenen Tagen mehrfach die Ukraine mit ballistischen Raketen an. Dass in der Hauptstadt Kiew Dutzende Zivilisten getötet wurden, wird auf das Fehlen von Patriot-Raketen zurückgeführt. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte vor dem Abflug aus Berlin, er hoffe, dass vom Gipfel in Ankara ein wichtiges Signal für die von Russland angegriffene Ukraine ausgehe. „Ankara könnte einen Einschnitt in diesem Krieg markieren“, sagte der Kanzler. „Dem Kreml dürfte langsam klar sein, dass sich Russland in diesem Krieg nicht durchsetzen wird und seine Kriegsziele nicht erreichen wird“, fügte Merz hinzu. Merz bezog sich in seinen Ausführungen darauf, dass es in Ankara auf deutsche Initiative eine Vereinbarung der europäischen Bündnismitglieder geben soll, die Ukraine mit weiteren Mitteln auszustatten.Zwei Festnahmen in Italien wegen mutmaßlicher Spionage für Russland Die italienische Polizei hat zwei Menschen wegen mutmaßlicher Spionage für Russland festgenommen. Die beiden Verdächtigen hätten Informationen, unter anderem von „aktiven Militärangehörigen“, an einen mutmaßlichen russischen Geheimdienstagenten weitergegeben, teilte die Polizei am Dienstag mit. Bei dem Hauptverdächtigen handele es sich um einen ehemaligen italienischen Geheimdienstagenten. Dieser habe mit „einem mutmaßlichen Agenten der russischen Geheimdienste“ in Kontakt gestanden, „der auf italienischem Staatsgebiet diplomatische Immunität genoss“.Der 59 Jahre alte Hauptverdächtige habe die Informationen über sechs Quellen beschafft und an den russischen Geheimdienstmitarbeiter weitergegeben, erklärte die italienische Polizei weiter. Unter den Quellen seien „vier aktive Militärangehörige, die an Posten mit hoher Geheimhaltungsstufe eingesetzt waren“. Der Ex-Geheimdienstagent habe die Informationen im Austausch gegen Geld weitergegeben.Die sechs Quellen, gegen die die italienische Polizei schon seit Mai 2025 ermittelt, werden beschuldigt, geheime Informationen insbesondere zur Sicherheit des Staates weitergegeben zu haben.Ukraine: Zwei russische Rüstungsfabriken angegriffenDas ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge zwei Rüstungsfabriken in der russischen Region Brjansk angegriffen. Bei einem der getroffenen Betriebe handelt es sich um Kremnij EL, einen Hersteller von Mikroelektronik und Zulieferer des russischen Militärs, wie der ukrainische Generalstab auf Telegram mitteilt. Zudem sei eine Chemiefabrik getroffen worden. Diese stellt den Angaben zufolge Schießpulver, Sprengstoff und Treibstoff für die Raketenproduktion her. Ukraine: Acht Tanker der Schattenflotte angegriffenDie Ukraine hat nach eigenen Angaben im Asowschen Meer acht Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte mit Drohnen ins Visier genommen. Bei dem nächtlichen Angriff seien zudem ein Frachtschiff und eine Fähre getroffen worden, teilt der ukrainische Drohnen-Kommandeur Robert Browdi auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Hauptverdächtige nach Monaco-Anschlag tot bei Kiew aufgefunden Im Fall des Anschlags auf den ehemaligen ukrainischen Geschäftsmann Wadim Jermolajew und dessen Familie in Monaco ist die Hauptverdächtige tot. Die 39 Jahre alte Anastasija Beresowska sei am Montag gegen 23 Uhr in der Nähe von Kiew erschossen aufgefunden worden, teilte die ukrainische Polizei am Dienstag mit. Zwei Verdächtige in dem Mordfall seien bereits festgenommen. Bei ihnen handele es sich um ein ehemaliges Mitglied der Sicherheitskräfte und einen aktuellen Mitarbeiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, erklärte die Polizei weiter.Nach der Frau war international gefahndet worden, weil sie im Verdacht stand, am 29. Juni eine Bombe vor einem Wohnhaus in Monaco abgelegt zu haben. Dabei waren Jermolajew, der heute zypriotischer Staatsbürger ist und in Monaco lebt, seine Frau und der 13 Jahre alte Sohn schwer verletzt worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte gegen Jermolajew Sanktionen verhängt, weil dieser nach der russischen Besetzung der Krim Geschäfte mit den Besatzern gemacht haben soll. Nahe dem Leichnam Beresowskas seien Patronenhülsen gefunden worden. Bei einer Hausdurchsuchung bei dem früheren Mitglied der Sicherheitskräfte seien zudem unterirdische Räumlichkeiten gefunden worden, die „einer Folterkammer ähnelten“. Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft veröffentlichte ein Video, das den Ort zu zeigen schien. Darauf ist ein Kellerraum zu sehen, in dem eine kleine Axt und eine Spitzhacke an einer Wand lehnen und eine grüne Plastikplane auf dem Boden liegt. Wie die ukrainische Polizei mitteilte, soll Beresowska am 1. Juli zurück in die Ukraine gereist sein. Dort habe sie mit ihren Angehörigen und mit den beiden Tatverdächtigen in Kontakt gestanden. Diese hätten mehrfach Beträge in Kryptowährungen auf Konten Beresowskas überwiesen und könnten in den Tötungsversuch in Monaco verwickelt sein, erklärte die Polizei weiter. Weiter hieß es, die ukrainischen Behörden hätten alle ihnen vorliegenden Informationen an die Ermittler im Fürstentum Monaco weitergeleitet. Die ukrainischen Ermittler bemühten sich, „die Drahtzieher und die anderen an dem Attentatsversuch in Monaco beteiligten Personen zu identifizieren“. Feuer in russischer Röhrenfabrik und IndustriebetriebIn der westrussischen Stadt Belgorod ist Medienberichten zufolge eine zu Gazprom gehörende Röhrenfabrik in Flammen aufgegangen. Der amtierende Gouverneur der Region, Alexander Schuschajew, schrieb von einem Raketenangriff, nachdem ein Feuer in einem nicht näher benannten Infrastrukturobjekt ausgebrochen sei. Bei dem Angriff sei ein Mensch ums Leben gekommen. Ein ukrainischer Drohnenangriff hat zudem in einem Industriebetrieb in der russischen Region Kaluga südwestlich von Moskau nach örtlichen Angaben einen Brand ausgelöst. Insgesamt seien sechs ukrainische Drohnen zum Einsatz gekommen, teilt Gouverneur Wladislaw Schapscha auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Es gebe keine Toten oder Verletzten. Laut russischen Angaben hat die Ukraine in der Nacht auf Dienstag Russland mit hunderten Drohnen angegriffen. Sabrina FrangosBürgermeister: Moskau von mehr als 400 ukrainischen Drohnen ins Visier genommenDie ukrainische Armee hat nach russischen Angaben Moskau mit mehr als 400 Drohnen ins Visier genommen. In der Nacht zum Dienstag seien von der Ukraine rund 430 Drohnen Richtung Moskau gestartet worden, erklärte der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin, am Morgen in Online-Netzwerken.Trump: Einigung im Ukrainekrieg ist näher als viele denken Der amerikanische Präsident Donald Trump hat sich vor dem NATO-Gipfel optimistisch über mögliche Fortschritte bei den Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geäußert. Nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sei er sich sicher, dass dieser den Krieg beenden wolle. „Präsident Putin will, dass es endet. Das kann ich Ihnen sehr deutlich sagen“, erklärte Trump im Weißen Haus. Auf die Frage, warum Putin nach dem Telefonat dennoch offensichtlich keinen ausreichenden Druck zu verhandeln verspüre, sagte Trump, man sei mit Russland und der Ukraine in Gesprächen. Eine Einigung sei näher, „als die Menschen glauben“. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wolle ein Ende des Kriegs. Mit Blick auf den Gipfel sagte Trump: „Wir werden darüber sprechen, und ich glaube, wir werden es schaffen. Ich glaube, wir werden den Krieg beenden.“ Das zweitägige Treffen beginnt am Dienstag in der türkischen Hauptstadt Ankara. Ukraine greift westsibirsche Region Omsk mit Drohnen anDie russische Region Omsk in Westsibirien wird nach Angaben des örtlichen Gouverneurs von ukrainischen Drohnen attackiert. Mehrere Drohnen hätten das nördliche Industriezentrum von Omsk erreicht, teilte Gouverneur Witali Chotsenko auf Telegram mit. Dies ist einer der ukrainischen Drohnenangriffe mit der größten Reichweite seit Kriegsbeginn.Omsk liegt rund 2700 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernt nahe der Grenze zu Kasachstan. Die Rettungsdienste seien im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen, teilte der Gouverneur weiter mit. Zu den genauen Zielen des Angriffs machte er keine Angaben. Am nördlichen Stadtrand von Omsk befindet sich die Gazpromneft-Raffinerie, die größte Ölraffinerie Russlands. Die Ukraine nimmt verstärkt solche Anlagen ins Visier, was in Russland zu Treibstoffengpässen führt. Ukraine greift Schiffe der russischen Schattenflotte anUkrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben zwei Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte angegriffen. Diese haben demnach jeweils rund 7000 Tonnen Treibstoff geladen und befinden sich auf dem Weg vom westrussischen Hafen Taganrog am Asowschen Meeres zu der von Russland annektierten Halbinsel Krim, teilte der ukrainische Drohnen-Kommandeur Robert Browdi im Kurznachrichtendienst Telegram mit.Britische F-35-Kampfflugzeuge fangen russisches Flugzeug ab Bei einem Vorfall im Nordatlantik haben britische Kampfflugzeuge ein russisches Patrouillenflugzeug abgefangen. Wie das Verteidigungsministerium in London mitteilte, war die russische Maschine zuvor einem Kampfverband um den Flugzeugträger HMS Prince of Wales zu nahe gekommen.Die Tupolew sei unnötig nahe an den Verband herangeflogen, habe mehrere Sonarbojen abgeworfen und nicht auf Kontaktversuche reagiert, so die Mitteilung. „Diese Aktivität war nicht sicher und unprofessionell“, hieß es weiter. Zwei Kampfflugzeuge vom Typ F-35 seien daraufhin von dem Flugzeugträger aufgestiegen und hätten die russische Maschine abgefangen und begleitet, bis sie das Gebiet verlassen habe. Der Kampfverband um die HMS Prince of Wales ist im hohen Norden im Rahmen eines NATO-Einsatzes unterwegs, um die Sicherheit in der Arktis und im Nordatlantik sicherzustellen.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Ukraine-Liveticker: Merz auf NATO-Gipfel: Russland hat keine Chance | FAZ
Bundeskanzler kündigt weitere Unterstützung für die Ukraine an +++ Kreml nennt ukrainische Angrifffe „sehr gefährlich“ +++ Russland greift Kiew wieder mit ballistischer Rakete an +++ alle Neuigkeiten im Liveblog









