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Studie: Deutschland profitiert von US-Hafengebühren gegen chinesische Schiffe Neue US-Hafengebühren für chinesische Schiffe treffen viele Länder hart – doch Deutschland kann dank unabhängiger Flottenstruktur Marktanteile gewinnen.

08.07.2026 - 08:11 Uhr Ein Containerschiff des Logistikers Maersk liegt in einem Hafen. Foto: REUTERSDeutschland kann einer Studie zufolge von geplanten US-Hafengebühren für in China gebaute Handelsschiffe profitieren. Die Exporte in die USA könnten dadurch um rund zwei Prozent steigen, heißt es in einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorab vorlag. Der Grund: Die hiesigen Frachtflotten sind weniger auf Schiffe aus chinesischer Produktion angewiesen, weshalb die deutschen Exporteure den betroffenen Konkurrenten Marktanteile abknöpfen könnten.Die US-Regierung will mit den Gebühren Chinas Dominanz im Schiffbau brechen und begründet dies mit Interessen der nationalen Sicherheit. Sie sollen danach erhoben werden, wo ein Schiff gebaut wurde – und nicht danach, wessen Waren es befördert.Der DIW-Studie zufolge schaden sich die USA mit den ab November geplanten Gebühren vor allem selbst. Die Importe und Exporte der weltgrößten Volkswirtschaft gingen demnach um schätzungsweise 0,2 beziehungsweise 0,3 Prozent zurück. „Der Mechanismus ist einfach“, sagte DIW-Ökonomin Sonali Chowdhry. „Die Gebühren erhöhen die Kosten für Vorleistungen, US-Hersteller verlieren an Wettbewerbsfähigkeit und die schwächere Konjunktur drückt zudem die Nachfrage nach ausländischen Gütern.“China und Deutschland „Es ist eine schlechte Idee, wenn man sich dreimal ins Knie schießt“ Deutschland findet im Wettkampf mit China keinen rechten Tritt mehr. Ökonom Julian Hinz erklärt im Interview, wo die Ursachen liegen. von Sebastian SchugNoch stärker wären andere Länder betroffen. Innerhalb der EU müssten vor allem Finnland (minus 5,0 Prozent), Dänemark (minus 4,4 Prozent) und Polen (minus 3,0 Prozent) mit deutlichen Einbußen bei ihren Ausfuhren in die USA rechnen. „Die Hafengebühren auf in China gebaute Schiffe sind eine neue Eskalationsstufe im Handelskonflikt“, sagte Chowdhry. „Erstmals geraten nicht nur Waren, sondern auch die Transportmittel selbst ins Visier.“Besonders hart träfen die Maßnahmen demnach exportabhängige Schwellenländer wie Costa Rica, Vietnam oder Pakistan, deren Ausfuhren in die USA um bis zu fast neun Prozent einbrechen könnten. Als einer der wenigen Profiteure außerhalb Europas gilt Südkorea: Das Land könnte wie Deutschland mit einem Exportzuwachs von rund zwei Prozent rechnen.Seit den 1990er Jahren hat sich den Angaben zufolge der Bau von Handelsschiffen in die Volksrepublik verlagert: Inzwischen stammt rund die Hälfte aller neu gebauten Handelsschiffe aus China. Der Marktanteil der EU ist demnach bei neu gebauten Handelsschiffen in den vergangenen 30 Jahren von 17 auf weniger als drei Prozent gesunken. Deutschlands Anteil sank von rund sechs Prozent der weltweit neu gebauten Schiffe im Jahr 1995 auf zuletzt weniger als 0,1 Prozent. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick