PfadnavigationHomePanoramaEinsturzgefahrHochhaus in Manhattan evakuiert – Video aus dem Inneren zeigt eingeknickte SäulenStand: 07:39 UhrLesedauer: 3 MinutenIn Manhattan muss ein Hochhaus mit 37 Stockwerken geräumt werden. Balken hatten sich verbogen. Die Ursache bleibt zunächst unklar.Zwei tragende Säulen in einem 37-stöckigen New Yorker Hochhaus haben sich verformt, zudem gibt es Risse im Gebäude. Hotels, Wohnungen und eine Schule mussten geräumt werden. Nun sollen Notfallreparaturen durchgeführt werden.In New York hat ein womöglich einsturzgefährdeter Wolkenkratzer einen Großalarm ausgelöst. Polizei und Rettungsdienste räumten am Dienstag im morgendlichen Berufsverkehr Straßen und Gebäude rund um das Hochhaus in der East 42nd Street. Zwei tragende Säulen in dem 37-stöckigen Turm hatten sich verformt, wie die Feuerwehr mitteilte. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani sprach von einer „äußerst ernsten Lage“.Eine der eingeknickten Säulen habe sich bewegt, zudem gebe es Risse in dem Gebäude. „Ich bin dankbar, berichten zu können, dass es derzeit keine Verletzten gibt“, sagte Mamdani. Auch alle Arbeiter seien wohlauf.Der ehemalige Hauptsitz des Pharmakonzerns Pfizer wird derzeit in ein Wohngebäude umgebaut. Die Rettungsdienste waren wegen herabfallender Steine zu dem Hochhaus unweit des Bahnhofs Grand Central und des Sitzes der Vereinten Nationen gerufen worden. „Beim Eintreffen stellten die Einheiten fest, dass sich zwei Säulen im 21. und 22. Stock verformt hatten“, erklärte die Feuerwehr. „Die Böden zwischen dem 21. und 26. Stock hängen durch.“Der Bauarbeiter Fernando Sanchez sagte, die Träger hätten sich verbogen. „Wir alle mussten schnell raus“, erzählte der 50-Jährige. Einsatzkräfte brachten die Menschen in umliegenden Hotels, Geschäftsgebäuden und Wohnungen in Sicherheit, auch eine Schule wurde geräumt. Polizisten riegelten Straßen ab. Insgesamt waren etwa 130 Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Einsatz.Gebäude soll stabilisiert werdenDer Projektingenieur arbeite laut Bürgermeister Mamdani mit Statikern zusammen, um das Gebäude zu stabilisieren. Die Behörden setzten eine Drohne ein, um das Ausmaß der Schäden zu begutachten.Lesen Sie auchMamdanis Büro teilte später mit, dass ein Team alle Stockwerke abgegangen sei und keine weiteren Bewegungen der beschädigten Säulen festgestellt habe, woraufhin die Bauunternehmer grünes Licht erhielten, Notfallreparaturen durchzuführen. Die vorübergehenden Maßnahmen werden voraussichtlich einige Tage andauern. Die Stadtverwaltung gab am Abend (Ortszeit) die Einschätzung ab, dass die Situation „gleichbleibend, stabil und sicher sei“. Auf Nachfrage wollte ein Sprecher jedoch nicht explizit sagen, dass die Gefahr eines Teileinsturzes völlig gebannt sei.Clifford Johnsen von der Baugewerkschaft Steamfitters Local 638 übte scharfe Kritik an den Umbauten in dem ehemaligen Pfizer-Hochhaus, wo bis zum kommenden Jahr rund 1600 Luxuswohnungen entstehen sollen. Das Aufsetzen zusätzlicher Stockwerke auf das bestehende Bürogebäude habe Druck auf die Stützpfeiler ausgeübt, sagte er. Die Bauarbeiten seien offenbar nicht richtig geplant. „Die Stahlträger verbiegen sich dort wie Zigaretten. Ich bin seit 21 Jahren im Baugewerbe, und ich habe noch nie einen Träger gesehen, der sich in der Mitte durchbiegt – das ist hochgradig gefährlich“, sagte Johnsen. Der Projektentwickler MetroLoft wies jede Verantwortung von sich und sprach von einem „typischen Konstruktionsfehler“ des in den 1960er Jahren errichteten Gebäudes. Wahrscheinlich seien die eingeknickten Stahlträger nicht oder nicht ausreichend verstärkt worden, sagte er der „New York Times“. Von Einsturzgefahr könne keine Rede sein, die Zwischendecken seien wohl nur um zehn Zentimeter abgesackt. „Das gesamte Gebäude selbst steht nicht vor dem Einsturz“, hieß es. Das von der Stadtverwaltung genehmigte Projekt sei an sich „perfekt“, die Fertigstellung werde sich bloß um ein paar Wochen verzögern.AFP/AP/dpa/luwi