PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraine-KriegExplosionen und Brände in Kiew – Russland greift wieder mit ballistischen Raketen anStand: 07:04 UhrLesedauer: 2 MinutenMilitärexperte Ralph D. Thiele fordert von Europa mehr diplomatisches Engagement im Ukraine-Kireg: „Ich bin von Anfang an verwundert, wie wenig unsere Diplomatie auf die Konfliktbeendigung hingearbeitet hat, sondern sich darauf konzentriert hat, Waffen zu mobilisieren.“Russische Raketen schlagen in ukrainischen Städten ein. In der Hauptstadt kommt es zu mehreren Bränden. Unterdessen attackiert Kremlsprecher Dmitri Peskow europäische Ukraine-Unterstützer.Russland hat die Ukraine in der Nacht zu Mittwoch erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Kurz nach Mitternacht Ortszeit erschütterte eine Serie von Explosionen Kiew. Im Zentrum war Brandgeruch spürbar, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Bürgermeister Vitali Klitschko informierte bei Telegram über mehrere Brände in zwei Stadtteilen. Es seien mehrere Lagerhallen sowie ein weiteres „Nicht-Wohngebäude“ in Brand geraten. Der Luftalarm wurde erst mit Verzögerung nach den ersten Explosionen ausgelöst.Auch die ostukrainische Großstadt Charkiw wurde Behördenangaben zufolge in der Nacht angegriffen. In zwei Bezirken wurden Raketeneinschläge registriert, wie Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mitteilte. Mehr als zehn Häuser seien beschädigt worden. Putins Sprecher: „Das ist Gehirnwäsche der europäischen Steuerzahler“Die Länder Europas drängen die Ukraine nach Ansicht von Kremlsprecher Dmitri Peskow zur Fortsetzung des Kriegs gegen Russland. „Die Europäer glauben immer noch, dass man Russland strategisch besiegen kann“, sagte Peskow in einem Interview der Schweizer „Weltwoche“. Dies sei „der größte Fehler überhaupt“. Und mit diesem europäischen Rückhalt sei Kiew nicht flexibel.Die aktuelle Entwicklung in Europa, das aktuell massiv aufrüstet, bewertete der Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin als Transformationsprozess. „Europa hat verstanden, dass es keine richtigen Sicherheitsgarantien der USA mehr gibt“, sagte er und kritisierte die Verwendung von Steuergeldern für die europäische Aufrüstung. „Das ist Gehirnwäsche der europäischen Steuerzahler.“Lesen Sie auchBefürchtungen Europas über eine mögliche Eskalation des Ukraine-Kriegs zu einem Dritten Weltkrieg trat Peskow kategorisch entgegen. „Russland ist zu groß und verantwortungsvoll, um einen Dritten Weltkrieg auszulösen“, betonte er. Auch die USA seien sich möglicher Konsequenzen bewusst. „Wir haben zwar keine guten Beziehungen zurzeit, aber wir sind klug genug, miteinander zu reden.“Angesichts der Spannungen infolge des Kriegs in der Ukraine sah Peskow viele Ähnlichkeiten zu den politischen Umständen der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. „Die Militarisierung Europas beunruhigt uns“, sagte er. Daher hoffe er auf eine neue Generation europäischer Politiker. Zu den russischen Politikern äußerte er sich in dem Interview nicht.dpa/luwi