PfadnavigationHomeGesundheitHerz-KreislaufWie starke Muskeln an Brust und Rücken das Herz schützenStand: 07:14 UhrLesedauer: 3 MinutenStarke Muskeln in Brust und Rücken bewirken im Körper mehr als bisher angenommenQuelle: Getty Images/Science Photo Library RF/SEBASTIAN KAULITZKI/SCIENCE PHOTDie Qualität der Muskeln im Oberkörper spielt laut Forschern eine wichtige Rolle für die Herzgesundheit. Sie untersuchten den Einfluss mehrerer großer Muskelgruppen auf das Herzinfarktrisiko. Ein Faktor senkte es besonders deutlich.Starke Brust- und Rückenmuskeln verringern das Risiko für Menschen, einen Herzinfarkt zu erleiden, oder frühzeitig zu versterben. Das ergab eine Analyse mithilfe von Künstlicher Intelligenz im Vereinigten Königreich. Forscher der Universität in Edinburgh nutzten KI, um routinemäßig erstellte Herzscans von 1722 Patienten auszuwerten. Die meisten von ihnen waren in ihren Fünfzigern und hatten Brustschmerzen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal „Radiology“ veröffentlicht. Darin fanden die Wissenschaftler heraus, dass Menschen mit höherer Muskeldichte im Brustbereich und Rücken seltener Herzinfarkte erlitten oder innerhalb von zehn Jahren nach dem Scan verstarben.Lesen Sie auchSie vermuteten, dass Personen mit dieser Art von „qualitativ hochwertiger“ Skelettmuskulatur ihre Muskeln stärker trainieren und mehr Kraft in ihrem Oberkörper hatten. Michelle Williams ist Hauptautorin der Studie und Professorin am Institute for Neuroscience and Cardiovascular Research der University of Edinburgh. Sie erzählte gegenüber der British Heart Foundation, die Ergebnisse hätten sie so überzeugt, dass sie selbst angefangen habe, zweimal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Zudem hat sie begonnen, jeden Tag eine Stunde spazierenzugehen. Lesen Sie auch„Es ist faszinierend zu sehen, dass die Skelettmuskulatur von Menschen mit ihrem Risiko zusammenhängen könnte, einen Herzinfarkt zu erleiden“, sagte Williams. „Die Muskeln, die in den von uns genutzten Scans zu sehen waren, in sogenannten Herz-CTs, sind im Wesentlichen Rückenmuskeln, Teile des Pektoralismuskels und die Zwischenrippenmuskulatur.“Fettanteil der Muskeln und HerzgesundheitSie interessiere sich nun besonders für Übungen wie Radfahren, Planking-Übungen und Pilates, die ihr selbst Spaß machen und die auf diese Muskelgruppen einwirken. „Trotzdem benötigen wir deutlich mehr Forschung, um besser zu verstehen, wie diese Übungen die Muskeldichte beeinflussen – und wie sich das auf die Herzgesundheit auswirkt“, sagte Williams. In Großbritannien werden jährlich bereits etwa 350.000 Herz-CTs aufgenommen. So werden Verengungen und Blockaden in den Herzkranzgefäßen sichtbar. Diese versorgen die Herzmuskeln mit Blut und können der Ursprung von Herzinfarkten sein.In Deutschland ist die häufigste Diagnostik zur Beurteilung der Herzkranzgefäße noch immer die Herzkatheteruntersuchung. Die Methode gilt zwar als sicher, ist jedoch invasiv. Erst seit dem Jahr 2024 werden Herz-CTs von deutschen Krankenkassen übernommen.Lesen Sie auchIn ihrer Studie warfen die Forscher einen genauen Blick auf die Scans ihrer Teilnehmer. Mithilfe von KI analysierten sie deren Muskeln, Organe, Knochen und Fettgewebe im Oberkörper. Dabei untersuchten sie auch die Helligkeit des Muskelgewebes, die Auskunft über dessen Qualität gibt.Dichtere Muskeln erscheinen heller, weil die Röntgenstrahlen von ihnen abgelenkt werden. Damit geht ein geringerer Fettanteil einher. Ein hoher Fettanteil im Muskelgewebe ist mit schlechter Herz-Kreislauf-Gesundheit assoziiert. Die Wissenschaftler teilten die Studienteilnehmer danach ein, wie ihre Muskeln in den Scans erschienen. Dann verfolgten sie die Häufigkeit von Herzinfarkten und frühem Versterben anhand ihrer Gesundheitsakten.Das Ergebnis: Für jeweils zehn Messpunkte, um die die Scan-Helligkeit zunahm, hatten die Untersuchten eine um 31 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden. Zudem starben sie in den folgenden zehn Jahren um 39 Prozent seltener.Unerheblich war dabei, wie groß die Muskeln waren. Stattdessen sei deren Zusammensetzung – darunter ihr Fettgehalt – entscheidend.Künftig könnten Routinescans des Oberkörpers Menschen mit schlechter Muskelqualität identifizieren, die dadurch ein höheres Risiko für Herzinfarkte haben könnten. Für Ärzte und Patienten ergäbe sich somit eine neue Möglichkeit, frühzeitig zu intervenieren.
„Faszinierend zu sehen“ – wie starke Muskeln an Brust und Rücken das Herz schützen - WELT
Die Qualität der Muskeln im Oberkörper spielt laut Forschern eine wichtige Rolle für die Herzgesundheit. Sie untersuchten den Einfluss mehrerer großer Muskelgruppen auf das Herzinfarktrisiko. Ein Faktor senkte es besonders deutlich.







