Zwischen Pizza-Flyer und Stromrechnung liegt jetzt also Kokain. Die Berliner Polizei warnt vor bunten Plastikpäckchen, die Dealer in Briefkästen werfen: Gratisproben mit Ecstasy, Ketamin, Haschisch oder der Designerdroge 3-MMC. Beigelegt sind die Kontaktdaten des Händlers, falls es gefällt.Die Päckchen sind mehr als eine dreiste Masche. In ihnen erreicht ein seit Jahren geduldeter Handel jene, die er niemals hätte erreichen dürfen: die Kinder dieser Stadt.
Zwei Jahre Eskalation, sauber dokumentiert
Die Chronologie liest sich wie der Geschäftsbericht eines expandierenden Start-ups. Spätestens seit 2024 kleben QR-Code-Sticker an Berliner Laternen und Stromkästen, eine Masche, die man aus Amsterdam kannte. Ein Scan genügt, und der Chat mit dem Händler beginnt. Der Polizei ist das Phänomen seit 2024 bekannt.Wenig später lagen in Kneipen Visitenkarten mit kompletter Drogen-Speisekarte aus: Lieferung rund um die Uhr, 50 Euro Mindestbestellwert. Die Gewerkschaft der Polizei sprach von einer „All-inclusive-Mentalität“ der Szene. Dann kamen Werbeflyer für Lieferdienste.All das war bekannt. Und blieb praktisch folgenlos. Wer heute Rauschgift verschenkt wie ein Parfümhersteller seine Duftproben, hat keine Angst mehr vor Strafverfolgung. Er hat, das ist das Beschämende, kaum noch Grund dazu.







