Mit einer aufwendigen Zeremonie hat Ägypten diese Woche das neue Hauptquartier für die Streitkräfte des Landes eingeweiht. Beobachtern zufolge ist es nun das größte seiner Art weltweit. Präsident und Ex-General Abdel Fattah el-Sisi zeigte sich erstmals seit mehr als zehn Jahren öffentlich in Militäruniform. Er bezeichnete den Komplex bei der Eröffnung als »Beweis für den Willen einer Nation, die das Unmögliche nicht kennt«. Auf dem Weg zum »Octagon«, wie das Kommandozentrum heißt, wurde er von Kampfhubschraubern begleitet und begutachtete dort unter anderem militärisches Gerät.Der Name »Octagon« (Achteck) verweist auf acht zentrale Gebäude des Komplexes mit einem Grundriss von jeweils acht Ecken. Der Name könnte aber auch ein Verweis sein auf das Pentagon (Fünfeck), dem Hauptsitz des US-Verteidigungsministeriums in der Nähe von Washington. Das Pentagon galt lange als weltweit größter Bau für ein Verteidigungsministerium – jetzt wurde es vom »Octagon« abgelöst. Dieses entspricht mit einer Fläche von rund 90 Quadratkilometern der Größe der portugiesischen Hauptstadt Lissabon.

Der Komplex liegt in der neuen Verwaltungshauptstadt in der Wüste östlich von Kairo, mit geschätzten Kosten von umgerechnet 50 Milliarden Euro eines der teuersten Projekte seit der Machtübernahme el-Sisis. Sisi kam in dem nordafrikanischen Land 2013 in einem vom Militär getragenen Putsch an die Macht. Ägypten spürt seit Jahren deutlich die Folgen von Kriegen im benachbarten Gaza und dem Sudan sowie vom anhaltenden Konflikt im Nachbarland Libyen. Die Sicherheitslage in Ägypten selbst ist nach den Unruhen der Revolution von 2011 aber vergleichsweise stabil.