Steve Nesius / ReutersDie Südspitze von Texas war abgehängt. Dann hat sich Musk dort eine SpaceX-Stadt gebaut. Nach dem Börsengang des Unternehmens leben in der Region nun massenhaft Millionäre.08.07.2026, 05.30 Uhr11 LeseminutenKurz vor der Einfahrt nach Starbase, auf einer von sumpfigen Tümpeln und vertrocknetem Gestrüpp gesäumten Landstrasse, kann es passieren, dass man einem Raumschiff Platz machen muss.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der einzige Verkehrsweg, der in das Städtchen von Elon Musk hineinführt, ist abgeriegelt worden. State Trooper, wie die stolzen amerikanischen Polizeibeamten in ihren SUV heissen, schwärmen aus. Wer noch vor der Sperrung durchkam, muss rechts heranfahren.Es ist eine schwüle Hitze im Süden von Texas. Auch einige Bauarbeiter, die auf der Strasse unterwegs waren, sind ausgestiegen und richten die Handykameras zum Horizont. Dort fällt ein spitzer, silberner Kegel auf, der sich über den Baumwipfeln des entfernten Waldstücks langsam auf uns zubewegt.Dann, einige Minuten später, zeigt sie sich in ihrer Gänze: Gut fünfzig Meter ist die Rakete hoch. Auf einem gewaltigen, raupenartigen Transportfahrzeug wird sie über den Asphalt geschoben. Ein glänzender Monolith aus Edelstahl, der in der gleissenden Sonne erstrahlt.Das Starship, das von Elon Musks SpaceX für Flüge zum Mond und zum Mars entwickelt wird, schleicht im Schritttempo durch die weite Prärie, bis es für seinen Testflug die Abschussrampe unmittelbar am Golf von Mexiko erreicht hat. Es ist ein surrealer Anblick.Aber gleichzeitig auch ein treffliches Bild: Wie im Wilden Westen, als die Eisenbahn die Zivilisation von Ost nach West erschloss, strebt SpaceX nun von der brachliegenden Boca-Chica-Halbinsel aus in unerschlossene Welten.Was früher die Goldgräber waren, die Siedler, die Trapper, das ist heute der Weltraumpionier Elon Musk. Bei Starbase, seinem SpaceX-Städtchen an der amerikanischen Südgrenze, so könnte man sagen, steht das Basislager für die neue «frontier».In Starbase gehen Beruf und Freizeit Hand in Hand: Für die rund 500 Einwohner gibt es etwa einen Biergarten, ein Sushi-Lokal und einen Hundepark.Steve Nesius / ReutersAn der Zufahrtsstrasse zur SpaceX-Werft hat ein französischer Tech-Unternehmer eine Büste von Elon Musk aufstellen lassen.Gabriel V. Cardenas / ReutersFeierabend im «Astropub»In dem etwa vier Quadratkilometer grossen Gebiet befindet sich die Hauptproduktionsstätte des Unternehmens. Um sich bei den Raketenstarts nicht mit zu viel Bürokratie herumschlagen zu müssen, stimmten Musks Mitarbeiter, die da leben, vor gut einem Jahr mit einer Mehrheit von 212 zu 6 Stimmen für die Gründung einer eigenen Gemeinde.Kritiker sehen darin den Versuch, staatliche Kontrollen und Umweltauflagen zu umgehen. Zwar untersteht die «company town» amerikanischem Bundesrecht. Doch als weitgehend autonomes Gebilde kann Starbase etwa eigene Flächennutzungspläne erstellen und sich als selbsterklärtes Industriegebiet von Umweltauflagen befreien.Die rund 500 Einwohner des Orts, der doppelt so gross ist wie das Fürstentum Monaco, haben ausserdem ihre eigene Verwaltung, eine private Polizeibehörde und eigene Rettungskräfte. Für kleinere Delikte soll bald ein Gericht geschaffen werden.Es ist ein auf Elon Musk massgeschneidertes Ökosystem. Er selber hat seinen Hauptwohnsitz in Starbase. Weit entfernt von seinem riesigen Anwesen in Austin wohnt er laut eigener Aussage die meiste Zeit in einem Tiny House, einer bescheidenen kleinen Hütte mit zwei Schlafzimmern.Rund die Hälfte der Einwohner sind Angestellte, dazu kommen Familienmitglieder und Personal. Die Kinder gehen in eine SpaceX-Schule, für Arztbesuche steht eine SpaceX-Klinik bereit. Nach Feierabend trifft man sich im «Astropub», ausserdem gibt es einen Biergarten, ein Sushi-Lokal und einen Hundepark.Oder zumindest soll es all das geben. Denn als Besucher hat man keinen Zutritt. Medienvertreter müssen draussen bleiben. Die Anliegerwege, die von der Hauptstrasse, dem Boca Chica Boulevard, weggehen, führen zu abgeriegelten Siedlungen.Aber auch das, was man von aussen sieht – die riesigen Produktionshallen, das imposante Bürogebäude mit den grossflächigen Glasfronten –, macht Eindruck. «Allein wenn man vorbeifährt, fühlt es sich an wie Science-Fiction», sagt Gilberto Salinas. «Drinnen kommt es dir erst recht vor wie in einem futuristischen Film.»Salinas ist der CEO der Greater Brownsville Incentives Corporation. Die Organisation, die in einer schicken Stadtvilla im angrenzenden Brownsville sitzt, soll das Wirtschaftswachstum in der Region fördern.Als Elon Musk die Gegend Anfang der 2010er Jahre für seinen Weltraumbahnhof erstmals in Betracht zog, lag der Grenzort, in dem 95 Prozent Latinos leben, komplett darnieder. Viele Migranten lebten in sogenannten Colonias etwas ausserhalb der Stadtgrenzen, wo es oft weder fliessendes Wasser noch Abwassersysteme gab.Landesweit war die Region als humanitärer Brennpunkt bekannt. Schlechter konnte es ihr nicht mehr ergehen. Brownsville, 180 000 Einwohner, war die ärmste Stadt in ganz Amerika. Dann kam der Mann, der heute der reichste Mensch der Welt ist.2028 will SpaceX erste unbemannte Frachtflüge zum Mars schicken.Gabriel V. Cardenas / ReutersPraktisch jeder Bewohner von Starbase scheint einen Tesla Cybertruck zu fahren.Carlos Barria / ReutersMusk stellt seine Firma vor«2011 habe ich den Anruf von SpaceX bekommen», erinnert sich Salinas. «Sie sagten, dass sie sich hier umschauen wollten.» Dem Sohn mexikanischer Einwanderer, in Brownsville geboren, kam das Telefonat, nun ja, spanisch vor. «Sie sprachen davon, Raketen zu bauen und ins All zu schiessen.»Ein kommerzielles Weltraumunternehmen habe sich völlig abenteuerlich angehört, sagt er. «Wir versuchten herauszufinden, ob es sich überhaupt um ein echtes, wahrhaftiges Projekt handelte.» Zwei Wochen später sei er dann wegen eines anderen Termins in Kalifornien gewesen und habe sich gedacht: «Schauen wir doch einmal bei SpaceX vorbei.»Spontan gab Elon Musk eine Tour. Der Gründer, damals Ende dreissig, stellte sein Projekt persönlich vor. «Er hat es uns richtiggehend gepitcht», sagt Salinas.Zwar evaluierte SpaceX noch weitere Standorte: Cape Canaveral in Florida war genauso im Gespräch wie ein ehemaliger Marinestützpunkt in Puerto Rico. Doch im Unterschied zu einem Gelände, das der Nasa oder der Navy gehörte, bot Brownsville die Möglichkeit, sich nicht nur einzumieten. Musk wollte kaufen.Statt auf den Staat angewiesen zu sein, macht er ihn von sich abhängig. So wie er mit Starlink sowohl für den Widerstand in Iran als auch auf dem Schlachtfeld in der Ukraine unentbehrlich geworden ist, braucht die Nasa mittlerweile SpaceX, um Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) zu befördern.Die Vorbereitungen für den nächsten Testflug eines SpaceX-Raumschiffs sind schon im Gange.Steve Nesius / ReutersEin Tankwagen bringt flüssigen Stickstoff: Zu jeder Tages- und Nachtzeit wird in Starbase gearbeitet.Steve Nesius / ReutersKomplette AbschottungWenn Musk eine Art «Techno-Fürst» («Die Zeit») ist, der in einer zunehmend instabilen Welt Souveränität durch Technologie verspricht, dann ist Starbase der konsequente nächste Schritt: Musk schafft sich seine eigene Stadt, die Autonomie verspricht. Aber auch rigide Abschottung.Der Gedanke passt zum Bild des Immigrations-Hardliners. Gegner werfen ihm vor, ein Rassist zu sein, der die weisse Dominanz im Westen gefährdet sehe. Wieso, könnte man zu seiner Verteidigung aber auch fragen, hat es ihn ausgerechnet in eine Region gezogen, in der fast ausschliesslich Latinos leben?Hat er zu viel Jules Verne gelesen? Im Science-Fiction-Roman «De la Terre à la Lune» von 1865, in dem der Autor von einer Mondkanone phantasiert, wird tatsächlich Brownsville als Startplatz in Erwägung gezogen. Das ist allerdings nicht nur Zufall. Der Schriftsteller verstand etwas von Physik. Durch die Nähe zum Äquator dreht sich die Erde an der Südspitze von Texas schneller, was Raketen Schwung für den Orbit verleiht und Treibstoff spart.Brownsville bietet sich für die Raumfahrt an. Daher wollte Musk dahin, und nach dem Rundgang bei SpaceX war Salinas überzeugt: «Okay, die bauen wirklich Raketen, es ist alles real.» Doch der nächste Gedanke, so sagt Salinas, sei gewesen: «Wie sollen wir das zu Hause erzählen?»«Alles daran klang irrwitzig»Wie sollte er dem strukturschwachen Brownsville beibringen, günstige Bedingungen für ein Startup-Unternehmen zu schaffen, das damals nichts ausser zwei misslungenen Raketenstarts vorzuweisen hatte – und bei einem dritten Crash in Konkurs gegangen wäre?Wie sollte er von einem Unternehmen berichten, das hinging und sagte: «Wir bauen Raketen, um den Mars zu kolonisieren und die Menschheit zu retten»? Salinas machte sich keine Illusionen. «Alles an diesem Projekt klang irrwitzig.»Im vier Quadratkilometer grossen Raumfahrtstädtchen ist auch das Fahrrad ein probates Fortbewegungsmittel.Gabriel V. Cardenas / ReutersRund 5000 Jobs wurden dank SpaceX rund um Starbase geschaffen.Gabriel V. Cardenas / ReutersDoch Elon Musk habe zwei Stunden lang eindringlich über «seine Mission» gesprochen, und direkt danach habe man sich an die Arbeit gemacht. «Der Rest», sagt Salinas, «ist Geschichte.»Eine beispiellose Erfolgsgeschichte, wenn es nach dem Wirtschaftsförderer geht. Auch Craig Grove, ein regionaler Immobilienmakler, erlebte einen wahren Goldrausch. Er erinnert sich noch an den Tag im März 2021, als Elon Musk einen Tweet absetzte: «Bitte überlegt euch, in die Gegend von Starbase zu ziehen.»Danach sei der Markt förmlich explodiert, erzählt der enthusiastische Texaner. «Für ein Haus hatte ich vierzig Gebote.» Investoren und SpaceX-Enthusiasten aus aller Welt hätten sich gemeldet. «Immobilien, die vier Jahre lang auf dem Markt gewesen waren, wurden an einem Tag verkauft. Cash. Ohne dass sie überhaupt jemand besichtigt hätte.»Aber Grove macht sich nichts vor. «Der wirtschaftliche Aufschwung hat auch eine Kehrseite.» In seinem Büro an der Autobahnausfahrt spricht er von Eigenheimbesitzern, die trotz festen Zinsen von steigenden Grundsteuern betroffen sind.Hört man sich in Brownsville um, vernimmt man denn auch kritische Stimmen. Emma Creps kennt solche Menschen, die ihre Häuser verloren haben. Die junge Künstlerin bereitet in der Innenstadt, in einer improvisierten Galerie, gerade eine Gruppenausstellung vor. Gefragt nach ihrer Meinung zu Elon Musk, muss sie nicht lange überlegen.«Für ein Haus hatte ich vierzig Gebote»: Der Immobilienmakler Craig Grove erlebte einen wahren Goldrausch.NZZDie in Starbase ansässigen Mitarbeiter von SpaceX leben in modernistischen Modulhäusern.Gabriel V. Cardenas / ReutersEin raffgieriger Billionär?Sie spricht nicht nur von steigenden Lebenskosten, sondern auch von Landraub, ausgebeuteten Arbeitern, einem zerstörten Ökosystem. Der Zuzug von SpaceX wirke sich auf die gesamte Region verheerend aus, sagt sie.Creps hält Musk für einen raffgierigen Geschäftsmann, der sich mit seiner Stadt immer weiter ausbreiten werde. Während etwa die für SpaceX zunehmend benötigten Rechenzentren die Wasserknappheit noch verschärften, tue Musk nichts für die lokale Gemeinschaft: «Wir haben hier viele Obdachlose», sagt sie. «Er ist ein Billionär, aber er unternimmt nichts.»Auch ihr Künstlerkollege Andres Alejandro Rangel kann den Entwicklungen nichts abgewinnen. Früher lebte er ziemlich genau da, wo nun Starbase steht. «Ich war nie wieder dort», sagt er. Stattdessen nutzt er in seiner Kunst nun Ton aus der Region für Keramikarbeiten. «Ich will nicht nur auf die Umweltprobleme hinweisen, sondern auch ein Stück der Schönheit des Tals bewahren, bevor es zerstört ist.»Gilberto Salinas, der Wirtschaftsförderer, spricht davon, dass 84 Prozent der 5000 Jobs, die SpaceX rund um Starbase geschaffen habe, mit Leuten aus der Region besetzt worden seien. Das stimmt. Doch Creps macht darauf aufmerksam, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Der Grossteil der Raumfahrtingenieure und des Managements sei aus anderen Gliedstaaten gekommen, sagt sie. Die Arbeitsbedingungen seien zudem katastrophal.Kürzlich kam es auf einer Baustelle in Starbase zu einem tödlichen Unfall. Bei Arbeiten, die um 4 Uhr in der Nacht ausgeführt wurden, stürzte ein Stahlträger ein und riss einen 25-jährigen Bauarbeiter in die Tiefe. Creps kannte den jungen Mann lose. «Es ist einfach unfassbar, dass Arbeiter so spät noch im Einsatz sind und offensichtlich Schutzvorschriften missachtet werden.»Als SpaceX in die Region gekommen sei, seien viele leere Versprechungen gemacht worden, sagt auch Rangel. «Sie haben angekündigt, unsere Schulen zu finanzieren und massiv in die Infrastruktur zu investieren.» Nichts sei passiert. Von Leuten, die mit SpaceX verbandelt seien, höre man natürlich anderes. Aber bei den einfachen Menschen in der Gegend, so ist er sich sicher, habe Ernüchterung eingesetzt.Wie in einem futuristischen Film: Die leistungsstärkste jemals gebaute Hilfsrakete, der sogenannte Super Heavy Booster mit 33 Triebwerken, wird geliefert.Steve Nesius / Reuters«Ich will ein Stück der Schönheit des Tals bewahren, bevor es zerstört ist» – der Künstler Andres Alejandro Rangel fertigt mit Ton aus der Gegend Keramik.NZZHippe InnenstadtIn der Hauptstrasse von Brownsville, ein paar Gehminuten vom improvisierten Galerieraum entfernt, mag man allerdings auch einen anderen Eindruck gewinnen. In den letzten zwei Jahren hat der Zuzug von SpaceX über 13 Milliarden Dollar in die lokale Wirtschaft des Rio Grande Valley gespült. Gleichzeitig unterstützte Musk die Region 2021 mit einer Spende von insgesamt 30 Millionen Dollar, wovon ein Drittel in die Restauration der historischen Innenstadt floss.Wer es sich leisten kann, findet dort nun etwa eine Weinbar, die mit «funky» Naturweinen und raffinierten Tapas (Gelbflossen-Thunfisch-Crudo mit Serrano-Ponzu-Sauce und Avocado-Mousse) selbst hippe Lokale in Los Angeles konkurrenzieren könnte. Eine bemerkenswerte Geschichte erzählt aber vor allem der Buchladen, der vor ein paar Jahren in einem der Gebäude, das von Musks Förderung profitierte, aufgemacht hat.Gilbert Hernandez, der junge Inhaber des liebevoll eingerichteten Geschäfts, ging nach der Schule von Brownsville weg. Wie viele andere in seiner Generation, so sagt er, habe er das Gefühl gehabt, dass Glück und Erfolg anderswo zu finden seien. In Massachusetts studierte er Maschinenbau. Doch dann, kurz vor Covid, hätten ihn die Umstände zurück in die Heimat geführt.Brownsville war die grösste Stadt in den USA ohne Buchladen. Gilbert Hernandez beschloss, das zu ändern.NZZAn der östlichen Spitze von Starbase liegt der Boca-Chica-Strand. Er gehört SpaceX, ist jedoch öffentlich zugänglich.Gabriel V. Cardenas / ReutersWährend der Pandemie sass er zu Hause fest und überlegte, wie er sich in der Gegend engagieren könnte. Ein Gedanke liess ihn nicht los: Brownsville fehlte ein Buchladen. Vermutlich weil sie die Menschen in der sozial schwachen Gegend für ungebildet, wenn nicht gar für Analphabeten hielten, hatten die grossen Buchhandelsketten stets einen Bogen um die Stadt gemacht.Brownsville, so erkannte Hernandez, war die grösste Stadt in den USA ohne Buchladen. Er beschloss, das zu ändern.Nachdem er mit kleinen Verkaufsständen und Pop-ups angefangen hatte, zog er 2023 in das sanierte Gebäude an der Hauptstrasse. Der Laden läuft gut. Mittlerweile betreibt Hernandez im hinteren Teil auch ein kleines Café.Dass es in Brownsville das Bedürfnis nach einem Buchladen gegeben hatte, ist offensichtlich. Hernandez hat auch Konkurrenz bekommen. Ende Jahr zog die Grosskette Barnes & Noble nach und eröffnete im Norden der Stadt eine grosse Filiale.In Brownsville schaut man mit gemischten Gefühlen auf SpaceX. Dieser Hotdog-Stand positioniert sich jedoch klar.NZZ«Allein wenn man vorbeifährt, fühlt es sich an wie Science-Fiction»: Nur schon das imposante Bürogebäude mit den grossflächigen Glasfronten macht Eindruck.Gabriel V. Cardenas / ReutersMillionäre über NachtWährend sich der engagierte junge Buchhändler davon nicht beeindrucken lässt, spiegelt seine Geschichte die Umwälzungen, die SpaceX vorangetrieben hat. «Manche Leute sagen, dass das Wachstum zu schnell und zu steil sei», sagt Hernandez. Er kann ihre Sorgen verstehen: «Obwohl dieser Buchladen ein Teil des Wachstums ist, lässt sich nicht leugnen, dass es gemischte Gefühle gibt.»Im Rio Grande Valley, wie die Küstenregion heisst, hat man in den vergangenen Jahren eine Entwicklung durchgemacht, wie sie extremer kaum sein könnte. Und der grösste Schub dürfte erst noch kommen. Denn der Börsengang von SpaceX Mitte Juni hat Tausende Mitarbeitende, zu deren Vergütung auch Firmenanteile gehörten, über Nacht zu Millionären gemacht.Zwar dürfen sie ihre Aktien erst nach gewissen Sperrfristen auslösen, und der Immobilienmakler Grove glaubt auch gar nicht, dass sie das wollen. «Die meisten von ihnen sind SpaceX-Loyalisten», sagt er. «Sie werden nicht einfach alles verkaufen.»Doch dass der Umbruch in Brownsville erst begonnen hat, daran hat auch er keinen Zweifel. Das ist hier allen klar. Den Kritikern genauso wie den Anhängern von Elon Musk. Nicht zu reden vom Besucher, der auf der Einfahrt nach Starbase einem Raumschiff Platz machen muss. Während die einen das Tor in die Zukunft der Menschheit sehen, fürchten die andern, auf der Strecke zu bleiben.Eine Bürgerversammlung im provisorischen Rathaus: Mit einer Mehrheit von 212 zu 6 stimmten die Bewohner 2025 für die Gründung einer eigenen Gemeinde.Gabriel V. Cardenas / ReutersIn Brownsville wachsen reihum Luxusimmobilien aus dem Boden: Der Börsengang von SpaceX hat Tausende Mitarbeitende über Nacht zu Millionären gemacht.Gabriel V. Cardenas / ReutersPassend zum Artikel
Wenn sich der reichste Mann der Welt in der ärmsten Stadt von Amerika ausbreitet: Elon Musks Starbase
Die Südspitze von Texas war abgehängt. Dann hat sich Musk dort eine SpaceX-Stadt gebaut. Nach dem Börsengang des Unternehmens leben in der Region nun massenhaft Millionäre.







