PfadnavigationHomePolitikAuslandNach Attacken auf TankschiffeUS-Militär fliegt neue Angriffe auf den Iran – Teheran droht mit VergeltungStand: 00:34 UhrLesedauer: 3 MinutenDer Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der Nasa zur Verfügung gestellten, SatellitenaufnahmeQuelle: -/The Visible Earth/NASA/dpaNach den jüngsten Attacken auf mehrere Tanker in der Straße von Hormus hat das US-Militär erneut Ziele im Iran angegriffen. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom spricht von „schweren Luftangriffen“. Teheran droht mit „entschlossenen Maßnahmen“.Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe auf den Iran ausgeführt. Das für die Region zuständige Regionalkommando Centcom begründete die Attacken am Dienstag im Onlinedienst X mit den vorangegangenen Angriffen auf drei Tanker im Bereich der Straße von Hormus. Für diese Angriffe machte Washington die Führung in Teheran verantwortlich. „Die Streitkräfte des US-Zentralkommandos haben eine Reihe von schweren Luftangriffen gegen den Iran gestartet, um diesem für die Angriffe auf Handelsschiffe mit unbeteiligten Zivilisten an Bord in einer internationalen Wasserstraße schwere Konsequenzen aufzuerlegen“, schreibt Centcom. Die US-Angriffe seien eine Reaktion auf iranische Angriffe auf drei Handelsschiffe, die die Straße von Hormus durchquerten. „Die Aggression des Irans war ungerechtfertigt, gefährlich und ein klarer Verstoß gegen die Waffenruhe.“Iranische Staatsmedien berichteten zunächst von Explosionsgeräuschen auf der Insel Qeshm und Bandar Abbas, einer strategisch wichtigen Stadt in der Provinz Hormozgan an der Straße von Hormus. Die Hafenstadt beherbergt auch wichtige Marine- und Schifffahrtsinfrastruktur. Auch die Stadt Sirik sei betroffen, berichtete der Sender Irib.Die Führung in Teheran drohte unmittelbar nach den neuen US-Angriffen mit Vergeltung. „Der Iran spricht eine ernste Warnung vor den Folgen des Vertragsbruchs durch die USA aus“, hieß es in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums. Der Iran werde „entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine Interessen und seine nationale Sicherheit zu schützen“.Lesen Sie auchDer iranische Vize-Außenminister und Chefunterhändler bei den Gesprächen mit den USA, Kasem Gharibabadi, erklärte auf der Plattform X, die Angriffe der USA verstießen gegen das Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges.Zuvor waren mehrere Tanker in der Straße von Hormus beziehungsweise nahe der strategisch wichtigen Meerenge getroffen worden. Nach Angaben der britischen Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO wurde ein Tanker von einer Drohne getroffen und leicht beschädigt. Fast zeitgleich meldete die Behörde einen weiteren Vorfall, bei dem ein Tanker von einem Geschoss getroffen worden sei.Lesen Sie auchBesonders schwere Schäden wurden von dem katarischen Flüssiggas-Tanker „al-Rekajat“ gemeldet, der nach Angaben der Schiffsbesatzung von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen wurde. Katar machte den Iran für den Angriff verantwortlich und sprach von einer Gefahr für die Sicherheit der internationalen Schifffahrt und die weltweite Energieversorgung. USA machen Teheran für Angriffe auf Tankschiffe verantwortlichDie USA hatten als Reaktion auf die Angriffe bereits eine Ausnahmegenehmigung zum Verkauf von iranischem Öl widerrufen. Die Ölpreise zogen daraufhin deutlich an, die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI verteuerten sich nachbörslich um jeweils mehr als drei Prozent. Ein US-Regierungsvertreter bezeichnete das Vorgehen des Irans als völlig inakzeptabel und warnte vor Konsequenzen. Eine Stellungnahme der Regierung in Teheran lag zunächst nicht vor, auch bekannte sich niemand zu den Angriffen.Iran verurteilt erneute US-Sanktionen gegen ÖlverkäufeDas iranische Außenministerium verurteilte wiederum die Entscheidung der USA, die vorübergehend ausgesetzten Sanktionen gegen iranische Ölexporte wieder in Kraft zu setzen. Dieser Schritt verstoße gegen das Islamabad-Memorandum zur Waffenruhe, teilt das Ministerium mit. Man mache Washington für die Folgen verantwortlich und werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die eigenen Interessen und die nationale Sicherheit zu wahren.dpa/afp/dpa/saha